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Online Einkaufen: Sichere Schnäppchenjagd per Mausklick
Kaufgeschäfte, die über das Internet abgewickelt werden, sind populär geworden. 85 Prozent aller Internetnutzer haben in den letzten 12 Monaten mindestens einmal im Netz eingekauft, ergab eine Untersuchung der Arbeitsgemeinschaft Online-Forschung im Juli 2009. Doch damit nicht genug: Internethandel, Online-Handel oder umgangssprachlich auch Online-Shopping, genannt, wird in Deutschland sogar immer beliebter. Der Bundesverband für Versandhandel erwartet in diesem Jahr einen Umsatz von 15,4 Milliarden Euro und damit eine Steigerung des Umsatzes um 15 Prozent im Vergleich zu letztem Jahr.
Online-Shopping, vom englischen Wort für einkaufen abgeleitet, ist für den Kunden einfach und schnell: Angebote lassen mit ein paar Klicks im Internet vergleichen. Sogenannte Preis-Suchmaschinen erleichtern dem Kunden oft die Suche. Sie vergleichen die Preise eines gewünschten Produkts und bieten Links zu den Webseiten der jeweils günstigsten Online-Shops. Dabei bleibt das Kaufgeschäft das gleiche Althergebrachte: ein Anbieter und ein Kunde einigen sich über einen Preis und tauschen die Waren nach dem Zahlvorgang aus.
Wichtig: Beim Internethandel, wie auch schon beim Versandhandel, stehen sich Käufer und Verkäufer nicht mehr direkt gegenüber. Sie können sich nicht vertrauensvoll in die Augen blicken oder die Ware vor Erhalt prüfen. Beim Online-Einkauf braucht es andere Mechanismen, die Vertrauen schaffen und einen sorgenfreien Einkauf ermöglichen.
Waren des täglichen Bedarfs: von Otto bis Amazon
Wenn Sie online einkaufen wollen, gehen Sie zuerst auf die Webseite des Shops. Hier sollten Sie sich zuerst von der Glaubwürdigkeit des Angebots und des Verkäufers vergewissern, um nicht auf Betrüger hereinzufallen. Die am weitesten verbreiteten Online-Geschäfte sind der Versandhandel Otto.de und der als Online-Buchhändler bekannt gewordener Internethändler Amazon. Diese beiden Verkaufsriesen bestimmen nicht nur den Verkaufsmarkt, sondern auch technische Standards für den Online-Handel.
Viele Online-Shops sind nach einem ähnlichen Prinzip aufgebaut: Der Anbieter versieht seine Produkte mit kleinen Bildchen und Beschreibungen. Der Kunde kann Bilder und Beschreibungen im Online-Shop abrufen. Will der Kunde nicht nur gucken sondern auch kaufen, muss er sich ein Benutzerkonto zulegen, um sich auf der Webseite einzuloggen.
Der registrierte Kunde legt die einzelnen Produkte in einen virtuellen Warenkorb Der Warenkorb ist meistens mit einem kleinen Warenkorbsymbol versehen. Hat der Kunde alle gewünschten Waren in seinem Korb gesammelt, kann er die Ware bezahlen. Dieser Prozess nennt der Anbieter oft "zur Kasse gehen" oder manchmal auch auf englisch "check out".
Versandkosten und Rückgaberecht beachten
Mögliche Fallen stecken im Detail: Manche Anbieter verlangen erhebliche Versandkosten, die zuweilen nicht einmal deutlich ausgewiesen werden. Neben den Versandkosten sollten Sie den Warenkorb vor der endgültigen Bestellung prüfen. Schnell kann es passieren, dass die Anzahl der ausgewählten Produkte durch einen Doppelklick ungewollt erhöht wurde.
Besonders wichtig: bevor Sie einen Kauf tätigen, sollten Sie unbedingt die Rückgabe- Umtausch- und Widerrufsrechte des Online-Angebots sorgfältig überprüfen. Denn es gibt kein gesetzlich verbrieftes Recht auf Umtausch oder Rückgabe. Lediglich die jeweiligen Spielregeln der Online-Verkäufer gelten – und die sind sehr unterschiedlich. Vor allem Anbieter von Online-Reiseangebote, die mit billigen Flugpreisen locken, erheben oftmals extra Gebühren für Gepäck und Getränke. Änderungen von Daten, Reisezeiten oder -zielen werden von solchen Anbietern oftmals nur zu wesentlich höheren Preisen als Neubuchungen angeboten. Mit dem Bezahlen der ausgewählten Waren sind Sie am sensibelsten Punkt des Online-Geschäfts angelangt. Die Anbieter setzen unterschiedliche Bezahlsysteme ein, bei denen die Risiken und Kosten wiederum sehr unterschiedlich verteilt sind.
Vor jedem Einkauf sollten sich Kunden daher genau über die vom Verkäufer angebotenen Bezahlsysteme und deren Kosten und Risiken informieren. Die Wahl für oder gegen das eine oder andere Online-Einkaufsangebot sollte nicht nur vom günstigsten Preis abhängen, sondern von der Sicherheit des Geldtransfers.
1, 2, 3 …. Chance vorbei?
Online-Auktions-Häuser stellen eine besondere Einkaufsform dar: Das Auktionshaus vermittelt nur den Kaufabschluss! Das heißt die Ware wird nicht vom Auktionshaus selbst, sondern durch einen dritten Anbieter angeboten. Anbieter und Kunde einigen sich über einen Preis und tauschen die Waren nach dem Zahlvorgang aus.
Das bekannteste Online-Auktionshaus ist Ebay. Als eine Mischung aus Flohmarkt und Auktionshaus kann hier jeder mit jedem Handel treiben und mit anderen Kunden um die besten Preise bieten. Auch hier ist Vorsicht geboten, denn neben günstigen Schnäppchen wird unter Umständen auch Hehlerware angeboten. Auch viele Trickbetrüger hat es hierher verschlagen: mit umständlich formulierten Anzeigen werden Sie schnell getäuscht oder schlichtweg betrogen.
Achtung vor Trickbetrügern und Datendieben
Neben den Verkaufstricks der Online-Verkäufer, muss sich der Kunde vor allem vor Dritten – Betrügern – in Acht nehmen. Betrüger versuchen Kunden- oder Zahlungsdaten über Sicherheitslücken in der Computertechnik zu erbeuten, um diese für kriminelle Zwecke auszunutzen. Jeder Online-Kunde sollte Sicherheitslücken schließen, indem er mindestens folgende Faustregeln beachtet:
1. Sicheres Online-Shopping geht nur vom sicheren Computer
Ihr Computer sollte mit aktuellem Viren-, Spam- bzw. Phishingschutz und einer sinnvoll konfigurierten Firewall ausgestattet sein. Nur so können Sie sicherstellen, dass Ihre Passwörter und Kontodaten nicht ausgespäht werden.
Damit Sie sich sicher sein können, dass Ihr Viren-, Spam und Phishingschutz, wie auch Ihre Firewall ihren Dienst erfüllen können, muss Ihr Betriebssystem, und die darauf installierte Software, vor allem aber auch die Sicherheitssoftware (Firewall, Virenschutz etc.) immer auf dem aktuellen Stand sein. Achten Sie darauf, dass Sie alle vom Hersteller angebotenen Aktualisierungen (Updates) so schnell wie möglich auf Ihrem Computer installieren.
Achten Sie darauf, dass Ihr Webbrowser sicher eingerichtet ist. Unter „Sicher Surfen im Web“ erfahren Sie, was Sie dabei beachten sollten.
Tätigen sie Online-Geschäfte nur von einem Computer aus, der die eben genannten Punkte erfüllt! Am besten kaufen Sie von Ihrem eigenen Computer aus oder stellen Sie sicher, dass der Computer sicher eingerichtet ist. (Firewall, Sicherheitsupdates, Virenschutz)
2. Sicher Einkaufen geht nur in sicheren Shops
Jeder seriöse Online-Verkäufer hat eine Kontaktadresse auf seiner Webseite veröffentlicht, am besten auch noch eine Telefonnummer oder andere Kontaktmöglichkeit. Hier können Sie sich im Notfall um Hilfe bemühen oder auch beschweren. Wenn der Händler keine Kontaktadresse angibt, sollten Sie von einem Einkauf unter Umständen Abstand nehmen.
Sie sollten sich nur dann auf einem Online-Shop einloggen oder gar buchen, wenn Ihnen der Verkäufer für die Übertragung Ihrer Daten eine sichere, das bedeutet verschlüsselte Verbindung anbietet. Verschlüsselte Verbindungen sind am https:// in der Adresszeile des Browsers und einem Schloss-Symbol im Browser erkennbar. Hier gelten keine Ausnahmen: Wenn Sie zu einer Sicherheitsausnahme aufgefordert werden, ist die Verbindung nicht mehr sicher, auch wenn ein https:// im Browser erscheint.
Wenn mindestens eins der verbreiteten vier Gütesiegel beim Onlineshop vorhanden ist, können Sie sicher sein, dass Sie es nicht mit Betrügern zu tun haben. Denken Sie daran, dass Siegel nicht gleich Siegel ist: es gibt unterschiedlichste, teilweise auch nicht seriöse oder gar frei erfundene Gütesiegel, die Ihnen Sicherheit nur vorgaukeln. Bei den folgenden vier Gütesiegel können Sie der Qualität vertrauen und das auf den Webseiten der Gütesiegel-Vergabestellen nachvollziehen:
Safer Shopping: Prüfzeichen der TÜV SÜD Management Service für Online-Angebote |
Datenschutz: Gütesiegel der Datenschutz nord Gruppe |
EHI-Siegel: geprüfter Online-Shop vom EHI Retail Institute |
Trusted Shops: Gütesiegel eines Unternehmens gegründet zur Zertifizierung von Online-Shops |
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3. Sicher ist Sicher – die Grundlagen
- Sichere Passwörter verwenden! Das A und O der sicheren Online-Kommunikation sind immer sichere Passwörter. Gerade wenn Sie ein Kundenkonto auf einer Webseite eines Online-Verkäufers anlegen, sollten Sie darauf achten, dass Sie sichere Passwörter verwenden. Hier können Sie nachlesen, was ein sicheres Passwort ist
Eine gute Faustregel ist immer, so wenig Daten wie möglich zu hinterlassen. Alles was Sie nicht unbedingt angeben müssen, sollten Sie auch nicht angeben. Wenn Sie einmal Daten über sich veröffentlicht haben, können Sie nur wenig darüber bestimmen, was mit diesen Daten geschieht.
Vor allem Auktionshäuser bieten Bewertungssysteme an, die von den Kunden selbst erstellt werden. Wenn ein solches Bewertungssystem existiert, sollten Sie sich unbedingt die dort hinterlegten Bewertungen des Verkäufers sorgfältig durchlesen.
Wenn Sie alle diese Hinweise beachten, sollte Ihrem Online-Einkaufsvergnügen nichts mehr im Wege stehen und Sie können statt gestresst durch überfüllte Kaufhäuser zu hetzen, in Ruhe mit einer Tasse Kaffee in der Hand an Ihrem Bildschirm einkaufen.












