Mobilfunkbranche gegen Handy- und WLAN-Verbot in Schulen

GSMA
Ein Ausschuss des Europarats bewertet die Funkstrahlung von Mobilfunkgeräten als gesundheitsgefährdend und empfiehlt, solche Geräte aus Schulen zu verbannen. Der Herstellerverband GSM Association wirft dem Ausschuss mangelnde technische Expertise vor.

Die Mobilfunkbranche ist empört. Ursache für die Empörung ist der Entwurf eines Berichts aus dem Ausschuss für Umwelt, Landwirtschaft und kommunale und regionale Angelegenheiten des Europarats. Der Ausschuss will den Einsatz von Mobiltelefonen, WLAN- und WiMAX-Geräten aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes einschränken. Dagegen wehrt sich die GSM Association, der weltweite Verband der GSM-Mobilfunkanbieter.

Die GSMA wirft dem Ausschuss Voreingenommenheit und mangelnde technische Expertise vor. "Der Entwurf für den Report des Ausschusses stellt eine unausgewogene politische Bewertung dar und keinen wissenschaftlichen Bericht. Er ignoriert die Ergebnisse vieler amtlicher Untersuchungen, die zu dem Schluss gekommen sind, dass die geltenden Sicherheitsbestimmungen den Schutz aller Personen gewährleisten", heißt es in einer Stellungnahme der GSMA, die dem Magazin eWeek vorliegt.

In dem Bericht "Die potenziellen Gefahren der elektromagnetischen Felder und deren Auswirkungen auf die Umwelt" heißt es unter anderem: "Im Hinblick den Schutz von Kindern […] empfiehlt das Parlament dem Rat alle Mobiltelefone, DECT-Telefone, WiFi- oder WLAN-Systeme aus Klassenräumen und Schulen zu verbannen, wie es von manchen Regionalbehörden, Medizinerverbänden und Bürgerrechtsorganisationen befürwortet wird."

Funktürme und Starkstromleitungen sollten "in sicherem Abstand zu Wohngebieten" errichtet werden. Bei der Genehmigung neuer Anlagen sollten nicht nur die Interessen der Netzbetreiber berücksichtigt werden sondern "in Abstimmung mit lokalen und regionalen Behörden, Anwohnern und Verbänden besorgter Bürger" vorgegangen werden. Bei der Risikobewertung sollte der Gedanke der Vorbeugung stärker berücksichtigt werden, fordert der Ausschuss.

Die Risiken der Funkstrahlung werden vom Ausschuss in seinem Bericht unter anderem mit denen von Asbest, verbleitem Benzin und Tabak verglichen. Es wird davor gewarnt, diese Risiken zu unterschätzen, da das in Zukunft "zu sehr hohen gesundheitlichen und wirtschaftlichen Kosten" führen könnte.