Windows 7 und die Firewire-Treiber

Windows 7 (60px)
Erinnert sich noch jemand an die Zeit als Windows XP noch ziemlich neu war und der Einsatz von Firewire-Geräten eine echte Hürde darstellte? Unter Windows 7 habe ich da ein echtes Déjà-vu-Erlebnis mit Firewire (IEEE 1394)...

Ich habe seit Jahren - nachdem die Firewire-Treiber für XP endlich ausgereift waren - problemlos eine ganze Reihe von Firewire-Geräten im Einsatz (DVD-Brenner, Festplatten usw.). Seitdem ich jedoch Windows 7 (Pro 64 Bit) installiert habe, haben sich eine ganze Reihe Probleme eingestellt, die mich an die Zeit um 2002 und Windows XP erinnern.

Ich habe alles mögliche ausprobiert, um die Probleme in den Griff zu bekommen: Kabel getauscht, Firewire-Controller getauscht, Controller in andere Steckplätze umsteckt und alles in verschiedenen Kombinationen. Kein Weg führte zu einer befriedigenden Lösung.

Eine gründliche Recherche im Internet brachte mich schließlich auf die Spur. Der Übeltäter ist (vermutlich)...der Firewire-Treiber von Microsoft. Statt den halbwegs ausgereiften XP-Firewire-Treiber zu übernehmen und nur an den notwendigen Stellen anzupassen, hat Microsoft den Treiber neu programmiert. Aus meinen Erfahrungen mit Microsofts XP-Firewire-Treiber zu schließen, wird es also noch etwa 3-6 Jahre dauern, bis es unter Windows wieder solide Firewire-Treiber gibt. (Ich hoffe inständig, ich irre mich hier...)

Alt statt neu

Offensichtlich hatte Microsoft schon so eine "Vorahnung", dass der neue Treiber nicht das Gelbe vom Ei sein könnte. Zusammen mit dem neuen Treiber wird nämlich auch ein "alter" Firewire-Treiber ausgeliefert - "OHCI-konformer 1394-Hostcontroller (alt)" - ausgeliefert. Wenn Sie ebenfalls Firewire-Probleme unter Windows 7 haben, hilft Ihnen vielleicht die Installation des alten Treibers weiter. Um diesen zu installieren, gehen Sie folgendermaßen vor:

  1. Öffnen Sie in der Systemsteuerung den Gerätemanager.
  2. Öffnen Sie dort den Abschnitt "IEEE 1394 Bus-Hostcontroller.
  3. Klicken Sie den angzeigten Controller mit der rechten Maustaste an und wählen Sie "Eigenschaften" aus.
  4. Im Eigenschaften-Fenster klicken Sie den Karteireiter "Treiber" an.
  5. Klicken Sie dort auf "Treiber aktualisieren ...".
  6. Im sich dann öffnenden Auswahldialog klicken Sie auf "Auf dem Computer nach Treibersoftware suchen".
  7. Im sich dann öffnenden Fenster klicken Sie auf "Aus einer Liste von Gerätetreibern auf dem Computer auswählen".
  8. Im sich dann öffnenden Fenster sehen Sie unten eine Liste mit passenden Treibern (ggf. müssen Sie das Häkchen vor "Kompatible Hardware anzeigen" setzen).
  9. Aus dieser Liste wählen Sie "OHCI-konformer 1394-Hostcontroller (alt)" aus und bestätigen die Auswahl mit Klick auf die Schaltfläche "Weiter".
  10. Anschließend wird der alte Firewire-Treiber installiert.
  11. Nach einem Neustart des Systems verwendet Windows 7 nun den alten Firewire-Treiber.

Windows-7-Firewiretreiber (alt) im GerätemanagerWindows-7-Firewiretreiber (alt) im Gerätemanager

Vielleicht löst das Ihre Probleme...

Noch ein Hinweis: Kontrollieren Sie regelmäßig im Gerätemanager, ob der alte oder der neue Treiber installiert ist. Es kann nämlich sein, dass Windows 7 aus irgendeinem Grunde den alten Treiber gegen den neuen austauscht. Da will die Automatik schlauer sein als der Mensch...

Nachtrag vom 22.9.2011

Nach diversen Tests mit unterschiedlichen Firewire-Controllern (TI-Chipsatz, zwei unterschiedliche VIA-Chipsätze) sowohl im PCI- als auch im PCIe-Slot und unterschiedlichen Firewire-Geräten bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Windows 7 Pro 64 Bit und Firewire nur ausnahmsweise zusammengehen. Wer also darauf angewiesen ist, mehrere Firewire-Geräte zu betreiben, sollte meiner Meinung nach besser nicht auf Windows 7 umsteigen, bevor die Firewire-Probleme nicht dauerhaft gelöst sind.

Wer wissen will, was für Probleme auftauchen können, sollte einmal einen Blick in Microsofts (englisches) Support-Forum werfen. Betroffen sind alle Geräteklassen, von Festplatten über Videokameras bis zu professionellen Audio-Geräten.

Die Probleme sind Microsoft seit 2009 bekannt, wie die Einträge im Forum zeigen. Warum es bis heute, fast zwei Jahre später, keine Lösung von Microsoft dafür gibt, erschließt sich mir nicht.