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British Library und Microsoft liefern kostenlose E-Books
Liebhaber englischer Literatur des viktorianischen Zeitalters werden bei dem Gedanken ins Schwärmen geraten, bald Erstausgaben ihrer Lieblingsautoren im Original lesen zu können, und das auch noch kostenlos. Möglich macht es die Zusammenarbeit der größten europäischen Bibliothek, der British Library, mit dem größten Softwarehersteller der Welt, Microsoft. Das berichtet die britische Tageszeitung Daily Telegraph auf ihrer Website.
"Historische Bücher aus den Regalen zu befreien, hat das Potenzial, den Zugang zu Werken einer der größten Bibliotheksbestände zu revolutionieren", erklärte die Chefin der British Library gegenüber dem Telegraph.
Ab Frühjahr werden demnach mehr als 65.000 Werke von Autoren des 19. Jahrhunderts, deren Urheberrechte abgelaufen sind, in elektronischer Form bereitgestellt. Neben Klassikern von Charles Dickens, Jane Austen oder Thomas Hardy werden auch viele Bücher bereits vergessener Autoren ihre elektronische Wiederauferstehung erleben. Ob die Werke mit oder ohne Kopierschutz ausgeliefert werden, ist bisher ebenso unklar wie die geplanten Dateiformate. Die Auslieferung der digitalisierten Werke soll Amazon, mit dem Kindle Marktführer für E-Book-Lesegeräte, übernehmen.
Wer bedrucktes Papier der elektronischen Datei vorzieht, wird die Möglichkeit haben, via Amazon Nachdrucke der Erstausgaben zum Preis von etwa 15 Pfund (rund 17 Euro) im Print-on-Demand-Verfahren zu erwerben. Damit geraten Verlage, die sich auf teure Faksimile-Ausgaben klassischer Werke spezialisiert haben, gehörig unter Druck. Sie verlangen nicht selten mehr als das Doppelte und Dreifache für ihre Nachdrucke.
Eine Alternative zu dem kommenden Angebot der British Library stellt das Projekt Gutenberg dar. Dort werden seit Jahren Werke, deren Urheberrechtsschutz abgelaufen ist, in digitaler Form der Öffentlichkeit angeboten. Zum 1. Januar 2010 sind unter anderem die Werke von Sigmund Freud und Joseph Roth neu hinzugekommen.




