IT-Gipfel: "Deutsche Anti-Botnetz-Initiative" geplant

Antiviren-Software (60px)
In dieser Woche fand in Stuttgart der vierte nationale IT-Gipfel statt. In der Abschlusserklärung wurde unter anderem ankündigt, dass der Verband der Internetwirtschaft eco zusammen mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eine Initiative gegen Botnetze starten wollen.

Botnetze sind eine echte Internetplage: Eine große Zahl von Computern liefert ohne Wissen ihrer Besitzer regelmäßig auf Befehl aus dem Internet Spam und Schadsoftware aus. Diese Computer gehören zu so genannten Botnetzen, die von Internet-Kriminellen kontrolliert werden. Um die Kontrolle der PCs zu übernehmen, installieren die Übeltäter heimlich Software auf den Computern. Das gelingt ihnen durch die Ausnutzung von Sicherheitslücken beispielsweise in Webbrowsern oder E-Mail-Programmen.

Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland bei der Anzahl infizierter Computer auf Platz drei. Der durch die Botnetze verursachte wirtschaftliche Schaden ist beträchtlich. Der Verband der Internetwirtschaft eco will nun gemeinsam mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) in einem zweistufigen Prozess gegen die Botnetz-Plage vorgehen.

Dazu will der eco als erste Stufe eine Website einrichten, auf der betroffene Internetnutzer „Informationen und Hilfsmittel zur Selbsthilfe“ bekommen können, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des eco. Die zweite Stufe übernimmt dann ein anbieterübergreifendes Beratungszentrum. Dort können sich betroffene Kunden telefonisch über die konkreten Schritte zur Beseitigung von Schadprogrammen und zur Absicherung ihres Computers beraten lassen.

Der eco-Vorstandsvorsitzende Prof. Michael Rotert erklärte anlässlich der Vorstellung der Initiative: „Bei der Bekämpfung von Botnetzen ist Kooperation unabdingbar. Mit dieser Zusammenarbeit von Staat und Wirtschaft schaffen wir ein effektives Bündnis, um die Verbreitung von Schadprogrammen einzudämmen. Mit dem Projekt entziehen wir den Cyberkriminellen den Boden.“ Das Ziel sei es, „Deutschland mittelfristig aus den Top 10 der Länder, von denen schädliche Online-Aktivitäten ausgehen“, sagte Sven Karge, Fachbereichsleiter Content bei eco.

Der eco will die Botnetz-Initiative in den Verein Deutschland sicher im Netz e.V. einbringen. Bei der Gestaltung des Beratungszentrums wird das BSI den eco beraten. Ebenfalls eingebunden werden soll der Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit. Wann das neue Beratungsangebot starten wird, ist noch offen.