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Mehr Engagement für Datenschutz nötig
Ungefragte Veröffentlichungen von Bildern bei Facebook, Videoüberwachung bei Schlecker, die umstrittene Weitergabe von SWIFT-Daten an die USA: Datenschutz-Verstösse werden immer häufiger. Am heutigen 4. Europäischen Datenschutztag erinnern Politiker und Verbände, dass dieses Thema alle Verbraucher dringend angeht.
Vor vier Jahren fand der erste Europäische Datenschutztag statt. Vom Europarat ins Leben gerufen, soll dieser Tag für die Wichtigkeit von Datenschutz sensibilisieren und bei Bürgerinnen und Bürgern in Europa das Bewusstsein für das Thema erhöhen.
Wie wichtig dieses Thema ist, zeigt einmal mehr die Studie, die Microsoft heute angesichts des Datenschutztages veröffentlichte. Darin untersuchte das Unternehmen den Einfluss von Online-Informationen auf das Berufs- und Privatleben. In der im Dezember 2009 durchgeführten Studie wurden Unternehmen, Personalentscheider und Privatpersonen befragt.
Demnach suchten in Deutschland 59 Prozent der untersuchten Personalentscheider Informationen zum Bewerber im Internet und lehnen teilweise sogar Kandidaten aufgrund von gefunden Online-Angaben ab. Angegebene Gründe dafür waren laut der Presseerklärung von Microsoft "unpassende Fotos oder Videos, Bedenken bezüglich des Lebensstils und die Aufdeckung falscher Angaben in der Bewerbung." Nur wenigen Nutzern sind diese möglichen Folgen beim Hochladen von privaten Daten bewusst.
Aber nicht nur der Verbraucher ist zu mehr Datensparsamkeit und bewussterem Umgang mit persönlichen Informationen im Internet aufgefordert. Auch Unternehmen wie „Facebook“ werden mit Nachdruck aufgefordert, geltende europäische Datenschutzbestimmungen ernst zu nehmen. Bislang ist eine Sanktionierung von Datenschutzvergehen der Internet-Giganten jedoch noch nicht gelungen. "Die Kontrolle und die Ahndung solcher Verstöße ist sehr schwierig" sagt der Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar. Hier können sich Verbraucher vorerst nur selbst schützen, in dem sie bestimmten Angeboten ihr Vertrauen entziehen und nicht mehr nutzen.
Um sich erfolgreich selbst schützen zu können, braucht es wiederum Wissen und Bewusstsein für das Thema Datenschutz. "Kinder und Jugendliche müssen das Internet-ABC lernen wie das Alphabet", sagte Julia Klöckner. Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesverbraucherschutzministerin hat weitere Maßnahmen im Datenschutz gefordert "Bei der Bildung im Bereich Internet sind alle gesellschaftlichen Kräfte gefragt."
Um mit Initiative voranzugehen, hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) im vergangenen Jahr die "Kompetenzoffensive digitale Welt" gestartet. Im Rahmen dieser Offensive wurden bereits drei neue Webportale für Verbraucher veröffentlicht. Die Jugendkampagne www.watch-your-web.de klärt Jugendliche über Ihre Rechte und über Gefahren in sozialen Netzwerken auf. Das Informationsportal www.surfer-haben-rechte.de gibt praktische Tipps zum Schutz der eigenen Daten und Rechte im Internet.
Unser Angebot www.verbraucher-sicher-online.de ist ebenfalls Teil der Kompetenzoffensive und zeigt Ihnen, wie sie ganz konkret Ihren Computer sicherer einrichten und sich sicherer im Internet bewegen können.






