Buzz - neue Google Mail-Funktion löst Datenschutzbedenken aus

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Der Internetriese Google hat am Dienstag Abend seinen neuen Dienst Buzz öffentlich vorgestellt. Buzz stellt den Google-Nutzern Funktionen bereit, die aus sozialen Netzwerken bekannt sind. Bekannte und Freunde sollen sich über Google auf dem Laufenden halten – ohne jegliche Verzögerungen bei der Bereitstellung der Informationen. Bestimmte Daten können aber auch von anderen gesehen werden.

Um sozialen Netzwerkdiensten wie Facebook, StudiVZ, Twitter und Co. Konkurrenz zu machen, hat Google seinen E-Mail-Dienst Google Mail (Gmail) um Werkzeuge zur Pflege sozialer Netzwerke erweitert. Somit versucht Google eine Alternative zu bestehenden sozialen Netzwerken zu etablieren.

Buzz ermöglicht es, dass sich Gmail-Nutzer untereinander verbinden. In der Sprache der sozialen Netzwerke hieße das „Freundschaften schließen“. Von Freunden kann Buzz Informationen von Webdiensten wie dem Kurznachrichtendienst Twitter, dem Videoportal Youtube oder der Fotoverwaltung Picasa beziehungsweise Flickr einholen. Auch Mobilfunktelefone werden von Buzz berücksichtigt. Dadurch kann der aktuelle Standort des Buzz-Nutzers ausgewertet werden. Neuigkeiten von Freunden erscheinen im Posteingang des eigenen Gmail-Kontos.

Bereits kurz nach dem Start des neuen Google-Angebots wurde Kritik laut, dass die Privatsphäre der Nutzer zu wenig geschützt sei. Wie IDG News seit gestern unter Berufung des Silicon Alley Insider berichtet, ist eine der Buzz-Funktionen besonders kritisch. Buzz erstellt automatisch Listen von Kontakten, die sich häufig per E-Mail oder Chat austauschen. Diese Listen werden veröffentlicht und können von Fremden eingesehen werden.

Solch eine Funktion kann unabsehbare Folgen haben, wenn zum Beispiel der Chef erfährt, dass seine Angestellten mit Konkurrenten E-Mails austauschen oder die Ehefrau falsche Schlüsse zieht, wenn sie bemerkt, dass ihr Mann mit einer alten Freundin chattet.

Wie Spiegel Online bereits am Dienstag berichtete, sind in der Voreinstellung erst einmal alle eingegebenen Informationen öffentlich. Nutzer müssten explizit einstellen, wenn sie Informationen nicht veröffentlichen möchten. Google scheint damit die Verantwortung auf den einzelnen Buzz-Nutzer schieben zu wollen. Spiegel Online weist darauf hin, dass Jugend- sowie Datenschützer eine solche Vorgehensweise in aller Regel nicht gutheißen.

Ein eindrucksvolles Beispiel für diesen problematischen Umgang mit der Privatsphäre der Nutzer zeigt der Blog-Eintrag von Barbara Krasnoff vom Dienstag. Krasnoff beschreibt einen ersten Test der Gmail-Erweiterung Buzz. Sie testete Buzz mit Hilfe ihres Mobilfunktelefons und erlaubte dem Dienst, ihren aktuellen Standort auszuwerten. Auf der Buzz map (Karte der aktuellen Umgebung) wurden ihr umgehend Adressen (Straßenname, Hausnummer, etc.) von anderen Buzz-Nutzern angezeigt.

Sollten Sie sich für das neue Google-Angebot interessieren, dann denken Sie immer daran: Informationen im Internet verbreiten sich blitzschnell, können das reale Leben betreffen und können nicht immer vollständig vernichtet werden. Passen Sie also genau auf, welche Informationen Sie über sich selbst bei Google Buzz preisgeben.