Studie: E-Mail-Nutzer fliegen auf Spam

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Jeder vierte E-Mail-Nutzer öffnet Spam-Nachrichten und ein Drittel der deutschen E-Mail-Nutzer hält sich für Sicherheitsexperten. Das geht aus einer aktuellen Studie des Forschungsinstituts Ipsos im Auftrag der Message Anti-Abusing Working Group (MAAWG) hervor.

Ein großer Teil der E-Mail-Nutzer reagiert vergleichsweise positiv auf Spam. Das zeigen Ergebnisse einer aktuellen Ipsos-Umfrage unter insgesamt 3.716 E-Mail-Nutzern aus den USA und Westeuropa. Obwohl der überwiegende Teil der Befragten nach eigenen Angaben über Spam und die damit verbundenen Risiken wie beispielsweise die Infektion mit Viren und Spyware informiert ist, gaben 43 Prozent an, Spam-E-Mails zu öffnen. Immerhin die Hälfte von ihnen tat das freiwillig und nicht nur versehentlich. Hochgerechnet auf die Gesamtzahl der E-Mail-Nutzer bedeutet das, dass Millionen von ihnen die Spam-Versender zum Weitermachen ermutigen.

Von denjenigen, die Spam-E-Mails öffneten, klickte ein Viertel auf einen Link in der Nachricht und ein Fünftel öffnete den mitgelieferten E-Mail-Anhang. Immerhin ein Zehntel der Spam-Leser antwortete sogar auf die Spam-Nachricht und eine gleich große Anzahl von Nutzern leitete diese an andere Empfänger weiter. Dabei zeigte sich eine klare Altersabhängigkeit: E-Mail-Nutzer unter 35 Jahren öffnen Spam-Nachrichten häufiger und klickten auch häufiger auf Links darin als ältere E-Mail-Nutzer.

Der riskante Umgang mit Spam überrascht insbesondere angesichts der Erfahrungen mit Viren, von denen die Befragen zu berichten wissen. Drei von fünf E-Mail-Nutzern erklärten, dass der eigene Computer bereits einmal mit einem Computervirus infiziert war. Dabei unterschieden sich die Infektionsraten zwischen einzelnen Ländern ganz erheblich. Während 69 Prozent der Spanier und 68 Prozent der Kanadier in der Vergangenheit mit einem Virus zu kämpfen hatten, betrug die Quote in Deutschland nur 45 Prozent. Andererseits gaben lediglich 36 Prozent der Befragten an, dass sie in Zukunft eine Infektion für wahrscheinlich halten.

In der Studie wurde ebenfalls um eine Selbsteinschätzung des eigenen Wissens um Internet-Sicherheit gebeten. Ein Drittel der deutschen E-Mail-Nutzer hält sich selbst für Internet-Sicherheitsexperten. Demgegenüber bezeichnet sich nur rund ein Fünftel der britischen, US-amerikanischen und spanischen E-Mail-Nutzer als "Experte" oder "sehr erfahren" im Umgang mit Sicherheitsmaßnahmen für das Internet. In Frankreich beträgt der Anteil der selbst deklarierten Experten gar nur acht Prozent.

Gefragt nach der Verantwortlichkeit für die Bekämpfung von Viren und anderer Schadsoftware erklärten zwei Drittel der Befragten, dass diese bei den Internet- und E-Mail-Providern liegen würde. Etwas über die Hälfte sah die Verantwortung zudem bei den Herstellern von Antivirus-Software und erst an dritter Stelle sahen sich die Nutzer selbst in der Verantwortung (48 Prozent).