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Verbraucherschutzministerin Aigner: "Privates muss privat bleiben"
Nachdem Facebook auf die zunehmende Kritik seiner Nutzer nicht reagiert, wendet sich Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner mit einem offenen Brief persönlich an den Facebook-Gründer und Vorstandsvorsitzenden Mark Zuckerberg. Sie fordert, die persönlichen Daten von Facebook-Mitgliedern umfassend zu schützen.
Wieder wurden von Facebook die Privatsphäre-Einstellungen verändert (wir berichteten). Wieder zum Nachteil der Facebook-Nutzer. So sollen nutzerbezogene Daten nun an Dritte zu kommerziellen Zwecken weitergegeben werden, sofern der Nutzer dem nicht widerspricht.
In dem persönlichen Brief fordert die Verbraucherschutzministerin den Facebook-Gründer auf, die Daten der Facebook-Mitglieder zu schützen und vor allem nicht ohne explizite Genehmigung weiterzugeben. "Privates muss privat bleiben" argumentiert Verbraucherschutzministerin Aigner und kündigt dem Unternehmen an, Ihre Facebook-Mitgliedschaft zu kündigen, wenn es seine Firmenpolitik im Umgang mit personenbezogenen Daten nicht ändert.
Auch wenn der Chaos Computer Club (CCC) laut Spiegel-Online kritisiert, dass Aigners Drohung wirkungslos sei, so setzt die Ministerin doch ein klares Zeichen. Denn Unternehmenspolitik wie sie Facebook betreibt, kann letztlich nur durch die Nutzer selbst beeinflusst werden. Laut Spiegel-Online gibt es nämlich keine rechtliche Handhabe gegen amerikanische Unternehmen, die sich nicht um deutsche Datenschutzrichtlinien bemühen wollen.
Einigen Facebook-Mitgliedern ist das ungefragte Weitergeben der Profildaten offensichtlich nicht egal. Tausende Nutzer diskutieren im Facebook-Blog über die Neuerungen in der Datenschutzrichtlinie und fordern dort ganz deutlich mehr Schutz ihrer Daten ein.
Auch die Stiftung Warentest bewertete Facebook als eines der schlechteren sozialen Netzwerke im Umgang mit Nutzerdaten, Datensicherheit und Jugendschutz. "Erhebliche Mängel" werden dem Unternehmen bescheinigt, unter anderem weil die Nutzer wenig Einflussmöglichkeiten auf die Verwendung ihrer Daten haben (wir berichteten).
Sollten Sie auch Facebook-Mitglied sein, so finden Sie auf unserem Partner-Portal "Surfer haben Rechte" eine verständliche Erklärung der Neuerungen der Facebook-Datenschutzrichtlinie. Dort erhalten Sie zusätzlich Tipps, wie Sie Ihre Rechte besser schützen können. Sie finden dort auch einen Link zu dem Facebook-Blog, auf dem Nutzer ihre Meinung oder ihren Protest zum Ausdruck bringen können.






