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Update: Schwere Vorwürfe gegen Facebook auch von Verbraucherschützern
Die Kritik an der geplanten Änderung der Datenschutzbestimmungen bei Facebook weitet sich aus. Jetzt macht die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) Facebook massive Vorwürfe und rät: „Wem der Schutz persönlicher Daten wichtig ist, sollte wechseln“.
Der VZBV wirft dem weltweit größten sozialen Netzwerk in einer Pressemitteilung vor, wiederholt und wissentlich datenschutzrechtliche Bestimmungen zu missachten. Bereits im vergangenen Sommer hatte der VZBV die Vertrags- und Datenschutzbestimmungen von Sozialen Netzwerken, darunter auch Facebook, bemängelt (wir berichteten). Alle Anbieter erklärten daraufhin, die beanstandeten Klauseln nicht mehr verwenden zu wollen. Doch laut VZBV hält sich Facebook nicht an diese Erklärung.
Die nun angekündigten Änderungen an den Datenschutzbestimmungen schränken laut VZBV die Rechte der Nutzer weiter ein. Mit einer Zustimmung würden die Nutzer dem Unternehmen einen Freibrief für eine weitgehende Verwendung und Weitergabe von Daten einräumen.
"Momentan können wir den Nutzern nur raten, den geplanten Änderungen zu widersprechen und sich gemeinsam mit ihren Freunden einen neuen Anbieter zu suchen, wenn ihnen der Schutz ihrer persönlichen Daten wichtig ist", sagt VZBV-Vorstand Gerd Billen und verweist auf den aktuellen Test der Stiftung Warentest. Dort schnitt Facebook zusammen mit anderen sozialen Netzwerken nur mit „mangelhaft“ ab (wir berichteten).
Erst Anfang der Woche hatte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) in einem offenen Brief an Facebook-Gründer Zuckerberg die geplante Änderung der Datenschutzbestimmungen des sozialen Netzwerks scharf kritisiert - und mit der Kündigung ihrer Mitgliedschaft gedroht (wir berichteten).
Inzwischen hat der zuständige Facebook-Manager Richard Allan auf den offenen Brief der Ministerin Aigner geantwortet und ihr ein Treffen in Berlin angeboten. Anders als der Brief der Ministerin ist die Antwort von Facebook nicht öffentlich. Laut Spiegel Online weist Allan darauf hin, dass Facebook die geplanten Änderungen der Nutzungsbestimmungen vorab den Nutzern zur Diskussion stelle: "Wir teilen die Ansicht von Ministerin Aigner über die Bedeutung der Kommunikation mit den Nutzern sowie ein transparentes Verhalten."
Wie wir berichteten, ist der Hintergrund des Streits die Änderungen der Facebook-Datenschutzbestimmungen, die eine automatische Weitergabe von Daten an Partner von Facebook erlauben soll. Facebook-Nutzer konnten die neuen Datenschutzbestimmungen eine Woche lang kommentieren. Trotz entsprechender Proteste gegen die neuen Bestimmungen kündigte Facebook am Dienstag in einem Blogeintrag an, dass die neuen Richtlinien in wenigen Tagen auf der Website veröffentlicht und in Kraft treten werden.
Rechtliche Hinweise zum Umgang mit Sozialen Netzwerken finden Sie auf unserer Partner-Website www.surfer-haben-rechte.de.






