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Google zeichnet versehentlich Daten aus privaten WLAN-Netzwerken auf
Während Google für seinen geplanten Street-View-Dienst Aufnahmen von Straßenzügen macht, werden automatisch ebenfalls Daten über vorhandene WLAN-Zugangspunkte gesammelt. Zunächst versicherte Google, dass in diesem Rahmen nur unkritische Daten aufgezeichnet würden. Nun hat sich diese Aussage als voreilig herausgestellt.
Offenbar wurden von den Autos, die zur Aufzeichnung der Daten durch die Straßen fahren, ebenfalls über WLAN-Netzwerken versendete private Daten aufgezeichnet. Dazu erklärte Google: „[E]s ist nun klar, dass wir irrtümlich Daten-Stichproben von offenen (das heißt ungesicherten) WLAN-Netzwerken gesammelt haben, auch wenn diese in keinen Google-Produkten zum Einsatz kamen.“ Allerdings betont Google, dass lediglich Fragmente des Datenverkehrs aufgezeichnet wurden. Passwort-geschützte Netzwerke seien von der Daten-Sammlung überhaupt nicht betroffen.
Schon wegen der Aufnahmen von Häusern und Straßen für seinen Street-View-Dienst wurde der Konzern von Datenschützern und dem Verbraucherschutzministerium scharf kritisiert. Nun offenbarte sich auf Nachfrage des Hamburgischen Datenschutzbeauftragten Johannes Caspar die erneute Daten-Panne.
In einer Stellungnahme von Ende April hatte Google auf Anfragen von Datenschützern zunächst mitgeteilt, das Unternehmen zeichne außer den Namen und MAC-Adressen der georteten WLAN-Zugangspunkte keine Daten auf. Google beteuerte: „Netzwerke versenden auch Informationen zu anderen Computern, [...] aber Google sammelt oder speichert diese Daten nicht“. Nun musste das Unternehmen einräumen, dass diese Aussage nicht der Wahrheit entspricht.
Google teilt mit, dass versehentlich Teile eines Programms aus einem anderen Projekt des Unternehmens in die Aufzeichnungsprogramme der Street-View-Autos geraten wären. Allerdings war eine Aufzeichnung sowie eine Nutzung dieser Daten laut Google niemals vorgesehen.
Das Verbraucherschutzministerium hat Google wegen dieser neuerlichen Daten-Panne erneut heftig kritisiert. Man werde „diesen Fall nicht auf sich beruhen lassen. Wie viele Pannen will sich Google eigentlich noch leisten?“ Google selbst gestand den Fehler ein und will das Vertrauen der Menschen wieder zurückgewinnen, indem man eine dritte Partei mit der Überprüfung des Aufzeichnungsprogramms, sowie der der Löschung der Nutzer-Daten beauftrage. Außerdem wolle man die internen Kontrollstrukturen überprüfen, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden.






