Neues Firefox-Add-on für verschlüsseltes Surfen

Mailen
Drucken

Die US-amerikanische Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF) möchte das Websurfen sicherer machen. Vorgestern hat die EFF ein Add-on für den Firefox-Browser vorgestellt, mit dem für viele Websites automatisch die verschlüsselte Datenübertragung aktiviert wird.

Der Suchmaschinen-Anbieter Google unterstützt seit kurzer Zeit die Möglichkeit, Suchanfragen und die gefundenen Treffer verschlüsselt zu übertragen. Die Verschlüsselung erfolgt dabei automatisch im Webbrowser, wenn statt des HTTP-Protokolls das HTTPS-Protokoll benutzt wird: https://www.google.com. Auf diese Weise erkennt Googles Webserver, dass der Nutzer verschlüsselt kommunizieren will.

Die EFF hat sich nun von Googles Schritt dazu animieren lassen, zu prüfen, ob auch andere populäre Dienste-Anbieter und Website-Betreiber die verschlüsselte Kommunikation möglich machen. Dabei wurde die EFF unter anderem bei Wikipedia, Twitter und Facebook fündig. Um die Benutzung des HTTPS-Protokolls so einfach wie möglich zu machen, hat die EFF ein Add-on für den Firefox-Browser entwickelt, das bei den entsprechenden Websites automatisch statt des HTTP-Protokolls das HTTPS-Protokoll verwendet.

Wer also beispielsweise http://de.wikipedia.org aufruft, wird automatisch auf https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Wikipedia:Hauptseite umgeleitet. Von da an werden alle Anfragen an Wikipedia und die entsprechenden Ergebnisse zwischen dem Browser und dem Wikipedia-Server verschlüsselt. Kein potenzieller Angreifer kann dann den Datenverkehr zwischen Ihrem Browser und Wikipedia manipulieren.

Um das Add-on zu installieren, müssen Sie lediglich im Firefox die Adresse https://www.eff.org/files/https-everywhere-latest.xpi ansteuern. Das Add-on wird dann automatisch installiert. Gegebenenfalls müssen Sie der Installation vorher noch zustimmen. Wenn Sie das Add-on deaktivieren oder wieder entfernen wollen, können Sie das unter dem Menüpunkt Extras und dort unter Add-ons tun.

Laut EFF befindet sich das Add-on allerdings noch im Beta-Stadium. Das heißt, eine korrekte Funktion kann nicht in jedem Fall garantiert werden. Die EFF verspricht aber, das Add-on weiterzuentwickeln. Erste Tests von "Verbraucher sicher online" sind erfolgreich verlaufen.

Zwei Nachteile des Add-ons sollen nicht verschwiegen werden. Zum einen kann die Verschlüsselung dazu führen, dass insbesondere auf langsamen PCs das Surfen nicht so schnell geht wie ohne Verschlüsselung. Zum anderen verfügen nicht alle Dienste-Anbieter über ein aktuelles und korrektes Zertifikat für die Verschlüsselung. So kann es passieren, dass Sie für ein Zertifikat eine Ausnahme machen müssen, wenn Sie vom Firefox danach gefragt werden.