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Vorsicht vor falschen Facebook-"Hilferufen"
Eine Facebook-Nutzerin aus Missouri überwies 4000 US-Dollar an Betrüger. Diese übernahmen das Facebook-Konto einer Bekannten und täuschten einen Notfall vor. Die laxen Sicherheitsschranken in Facebook leisten solchen Aktivitäten Vorschub.
Diese Art von Vorschussbetrügereien ist besonders hinterhältig. Durch Vortäuschung einer Notsituation von Facebook-Freunden werden die Nutzer dazu gebracht, Geld an die Betrüger zu überweisen.
So erging es auch Jane Scherrman, Zahnärztin aus Missouri. Ihre Freundin Grace Perry meldete sich über Facebook bei ihr. Sie sei in London um all ihre Dokumente und Wertsachen gebracht worden, und bat um mehrere Geldtransfers ohne Identitätsnachweis. In Wirklichkeit hatten Betrüger sich Zugang zu ihrem Facebook-Konto verschafft und ihr Passwort und E-Mailadresse geändert. Scherrman überwies insgesamt $4000 an die Betrüger.
Der um ihr Facebook-Konto betrogenen Grace Perrywaren die Hände gebunden, obwohl sie die Übernahme bemerkte. Denn die Facebook-Betrüger hatten das Passwort geändert, so dass Sie ihre Facebook-Freunde selbst nicht mehr kontaktieren oder vor den Betrügern warnen konnte.
Solche Art von Betrügereien, die das Vertrauen der Facebook-Mitglieder ausnutzen, sind keine Einzelfälle. Facebook-Kontos werden 'übernommen' und sind für die eigentlichen Besitzer nicht mehr zugänglich. Die Betrüger geben einen Notfall vor und bitten alle Facebook-Freunde um Geld.
Problematisch ist, dass Facebook keine telefonische Hotline für solche Fälle bereitstellt und auf E-Mail-Anfragen nicht schnell genug reagiert. Aber auch die technischen Sicherheitsmaßnahmen lassen zu wünschen übrig.
So gibt es in Facebook zahlreiche Programme von Drittanbietern in Form von Quiz, Umfragen, oder Sammlungen von Lieblingsmusik. Diese Programme haben Zugang zu allen eigenen Facebook-Daten, egal ob der Nutzer sie als privat markiert hat oder nicht. Doch damit nicht genug - sie haben ebenso Zugang zu sämtlichen Daten aller Facebook-Freunde. Um Drittanbieterprogramme anbieten zu können, verlangt Facebook lediglich eine gültige E-Mailadresse. Das nutzen Betrüger und Datensammler aus, um private Daten auszuspähen.
Die amerikanische Bürgerrechtsorganisation "American Civil Liberties Union" (ACLU) hat dies ganz eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Mit ihrem "What Do Quizzes Really Know About You?" erfährt der des Englischen mächtige Facebook-Benutzer, wie wenig Kontrolle er über seine eigenen Daten hat.






