US-Studie: Patienten-Informationen landen bei Facebook & Co.

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Eine aktuelle US-Studie hat gezeigt, dass in großem Umfang vertrauliche Patienten-Informationen in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Schuld daran sind Medizinstudenten.

Soziale Netzwerke wie Facebook stehen regelmäßig wegen ihrer Datenschutzrisiken in der Kritik. Eine neue Studie des medizinischen Zentrums für Kriegsveteranen in der US-Hauptstadt Washington, D.C., liefert den Kritikern neue Munition.

Die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Journal of the American Medical Association (JAMA) erschienene Studie hat gezeigt, dass viele Medizinstudenten vertrauliche Patientendaten in sozialen Netzwerken und persönlichen Blogs veröffentlichen. Die Studenten nennen bei Facebook zwar keine Namen, dafür aber ausreichend Informationen über Erkrankung und Krankenhaus, um eine Identifizierung der Patienten durch vertraute Personen zu erlauben. Betroffen sind laut der Studie rund 13 Prozent der in der Studie erfassten 78 medizinischen Ausbildungseinrichtungen.

Zusätzlich zu Patienteninformationen veröffentlichten die Studenten über sich selbst Informationen, die in der Studie als "unprofessionell" beurteilt werden. Dazu gehören unter anderem sprachliche Entgleisungen (52 Prozent), diskriminierende Äußerungen (48 Prozent), Fotos von Trinkgelagen (39 Prozent) und auch "sexuell anzügliches Material" (38 Prozent). Zwei Drittel der betroffenen medizinischen Ausbildungseinrichtungen reagierten auf die Vorfälle mit Verwarnungen, 7 Prozent mit der Exmatrikulation von Studenten.

Die Leiterin der Studie, Katherine Chretien vom medizinischen Zentrum für Kriegsveteranen, sieht angesichts der Befunde Handlungsbedarf. Ärzte müssten besser über die Datenschutzrisiken von sozialen Netzwerken und Blogs aufgeklärt werden.