Sicher surfen mit dem Firefox-Browser

Anleitung im Thema Sicher surfen
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Firefox (120px)
Der Webbrowser Firefox hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Browser entwickelt. Zu seinen Stärken gehören neben der Erweiterbarkeit auch die Sicherheit. Mit den richtigen Einstellungen können Sie sorgenfrei surfen. Wir zeigen Ihnen, wie es geht.

Firefox herunterladen und installieren

Den Firefox-Browser können Sie kostenlos für verschiedene Windows-Betriebssysteme, Linux und Mac OS X von der Website der Mozilla Foundation herunterladen. Dort finden Sie immer die aktuellsten Installationspakete.

Firefox verfügt über eine integrierte Aktualisierungsfunktion. Sobald die Firefox-Entwickler eine Aktualisierung veröffentlichen, informiert Sie Ihr Firefox darüber und lädt die Aktualisierung herunter. Alternativ können Sie auch selbst nach Aktualisierungen suchen. Der entsprechende Menüpunkt findet sich im Firefox-Menü "Extras". Nach der Installation einer Aktualisierung müssen Sie Ihren Firefox beenden und erneut starten. So wird die neue Version aktiviert.

Nach der Neuinstallation des Firefox-Browsers sollten Sie zur Verbesserung von Sicherheit und Datenschutz beim Surfen eine Reihe von Änderungen in den Standard-Browser-Einstellungen vornehmen. Im Folgenden erklären wir Ihnen, wie sie die entsprechenden Einstellungen vornehmen.

Hinweis für Firefox-4-Nutzer: Die Beschreibungen in diesem Artikel gelten sowohl für Firefox 3.6 als auch für Firefox 4. Die Funktionen Trackingschutz und Sync des Firefox 4 werden in einem gesonderten Artikel behandelt.

Sicherheitseinstellungen anpassen

Firefox Einstellungen "Allgemein"Firefox Einstellungen "Allgemein"

Um die Sicherheitseinstellungen zu ändern, wählen Sie (unter Windows) im Firefox-Menü "Extras" den Menüpunkt "Einstellungen" aus. Unter Linux befindet sich der Menüpunkt "Einstellungen" im Menü "Bearbeiten" und unter Mac OS X im Menü "Firefox". Daraufhin öffnet sich ein Fenster mit den Browser-Einstellungen.

Eine Reihe von wichtigen Einstellungen für die Sicherheit finden Sie auf der Registerkarte mit dem Schlosssymbol und der Beschriftung "Sicherheit". Weitere Sicherheitseinstellungen verbergen sich auf der Registerkarte mit dem Zahnradsymbol und der Beschriftung "Erweitert".

"Sicherheit": Add-ons, gefährliche Websites und Passwörter

Firefox Einstellungen "Sicherheit"Firefox Einstellungen "Sicherheit"

Vor den drei im oberen Bereich gezeigten Optionen sollten Sie normalerweise jeweils ein Häkchen setzen. Die Warnung vor der Installation von Add-ons ist wichtig, damit Ihnen niemand unbemerkt Firefox-Erweiterungen unterschieben kann.

Die anderen beiden Optionen zur Blockade von gefährlichen Websites schützen Sie vor einer Reihe von Angriffen, beispielsweise Phishing. Dazu lädt Ihr Firefox in regelmäßigen Abständen eine Liste mit Websites, die als gefährlich gelten.

Die Liste mit gefährlichen Websites wird von Google erstellt und gewartet. Sollten bei Ihnen Cookies von Google gespeichert sein, werden diese bei der Aktualisierung der Liste und bei der Identifizierung einer gefährlichen Websites automatisch an Google übertragen. Wenn Sie das verhindern wollen, müssen Sie die Häkchen entfernen.

Passwörter speichern?

Als nächstes müssen Sie entscheiden, ob Firefox für Sie Passwörter zur Anmeldung bei Websites speichern soll.

Auf der einen Seite ist es bequem, Passwörter zu speichern. Sobald Firefox ein Anmeldeformular wieder erkennt, werden die gespeicherten Informationen über Benutzername und Passwort automatisch eingetragen. Sie müssen die Anmeldung noch durch Mausklick bestätigen. Auf der anderen Seite stellen gespeicherte Passwörter immer auch ein Sicherheitsrisiko dar. Durch die Überlassung des Computers an andere Personen, Fehlfunktionen im Browser oder durch bösartige Software können Passwörter in falsche Hände gelangen.

Sollten Sie Passwörter speichern, so können Sie durch die Verwendung eines so genannten Master-Passworts zusätzliche Sicherheit gewinnen. Die Passwörter werden dann verschlüsselt gespeichert und erst freigegeben, nachdem Sie das Master-Passwort eingegeben haben.

Schließlich können Sie unter dem Punkt "Warnmeldungen" noch eine Reihe von Festlegungen treffen, wie Firefox mit verschlüsselten Seiten umgehen soll. So ist es beispielsweise möglich, den Firefox-Browser anzuweisen, immer dann eine Warnmeldung zu zeigen, wenn "von einer verschlüsselten Seite zu einer unverschlüsselten gewechselt wird". Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, können Sie sämtliche Häkchen setzen. Allerdings kann es Ihnen dann passieren, dass Sie recht häufig mit Warnmeldungen konfrontiert werden.

"Erweitert": Einstellungen für Updates und verschlüsseltes Surfen

Firefox Einstellungen "Erweitert"Firefox Einstellungen "Erweitert"

Diese Einstellungen verbergen sich hinter der Registerkarte "Erweitert". Nach dem Anklicken dieser Registerkarte sehen Sie insgesamt vier Unter-Registerkarten. Davon sind insbesondere die letzten beiden – "Update" und "Verschlüsselung" – wichtig.

  • Unter "Update" legen Sie fest, ob und wie sich Ihr Firefox-Browser um Aktualisierungen kümmert. Sie sollten sicherstellen, dass im oberen Teil zumindest die Häkchen vor "Firefox" und "Add-ons" gesetzt sind. Im unteren Teil sollten Sie den Punkt "Das Update automatisch herunterladen und installieren" auswählen und gegebenenfalls das Häkchen vor "Warnen, falls dadurch ein Add-on deaktiviert wird" setzen. Auf diese Art und Weise gehen Sie sicher, dass sie keine wichtige Aktualisierung verpassen.

  • Unter "Verschlüsselung" sollten Sie vor allem überprüfen, dass im Abschnitt "Protokolle" beide Häkchen gesetzt sind. Im Abschnitt "Zertifikate" wird normalerweise die Option für "Jedes Mal fragen" ausgewählt sein. Solange Sie nicht über ein eigenes Zertifikat verfügen, müssen Sie daran auch nichts ändern. Andernfalls klicken Sie auf die Schaltfläche "Zertifikate anzeigen" und tragen Ihr Zertifikat ein. Anschließend legen Sie fest, dass Firefox bei der Anfrage nach einem persönlichen Sicherheitszertifikat "Automatisch eins wählen" soll.

"Inhalt": Pop-up-Fenster, Grafiken & JavaScript

Firefox Einstellungen "Inhalt"Firefox Einstellungen "Inhalt"

In der Registerkarte "Inhalt" legen Sie fest, ob Ihr Firefox Pop-up-Fenster blockieren soll, ob und von welchen Websites Sie Bilder sehen wollen, und ob Sie JavaScript aktivieren wollen.

Normalerweise sollten Sie vor allen drei Optionen ein Häkchen setzen. Andernfalls werden Sie wenig Freude am Surfen haben.

  • Pop-up-Fenster blockieren: Pop-up-Fenster zeigen häufig nur lästige Werbung an. Sollten Sie eine Website nutzen wollen, die ohne Pop-up-Fenster nicht funktioniert, so können Sie für diese Website eine Ausnahme definieren (Schaltfläche rechts).
  • Grafiken laden: Ohne Grafiken sehen die meisten Webseiten ziemlich uninteressant aus. Deshalb sollten Sie Grafiken normalerweise laden. Sollten Sie bestimmte Grafiken nicht laden wollen, so können Sie Ausnahmen definieren. (Besser geht das allerdings mit Add-ons wie beispielsweise Adblock Plus.)
  • JavaScript aktivieren: Ohne JavaScript sind viele Websites schlicht unbrauchbar. Deshalb kommt man im Grunde nicht darum herum, Javascript zu aktivieren.

Allerdings ist der Einsatz von JavaScript nicht ohne Risiko. Deshalb sollten Sie den Einsatz des Add-ons "NoScript" in Betracht ziehen. Mit "NoScript" können Sie jederzeit ganz einfach JavaScript für eine bestimmte Website blockieren oder zu lassen. Bei den erweiterten Einstellungen für JavaScript (Schaltfläche rechts) sollte höchstens das erste Häkchen gesetzt sein. So sind Sie am besten vor unangenehmen Überraschungen geschützt.

Datenschutzeinstellungen anpassen

Einstellungen "Datenschutz"Einstellungen "Datenschutz"

Der Firefox-Browser speichert Ihren Surfverlauf in Form einer so genannten Chronik. In dieser Chronik enthalten sind unter anderem die Informationen darüber, welche Websites Sie in der Vergangenheit besucht haben, welche Dateien Sie herunter geladen haben und welche Cookies Websites bei Ihnen gespeichert haben.

Auf der Registerkarte "Datenschutz" können Sie nach Ihren eigenen Vorstellungen festlegen, wie umfangreich Ihre persönliche Chronik ausfallen soll. Dazu wählen Sie zuerst aus dem Pull-down-Menü "Firefox wird eine Chronik:" aus, in welcher Form die Chronik angelegt werden soll. Wenn Sie keine Chronik wünschen, stellen Sie das ebenfalls hier ein.

Wir empfehlen Ihnen, die Option "nach benutzerdefinierten Einstellungen anlegen" auszuwählen. Auf diese Art und Weise haben Sie die Möglichkeit, detailliert festzulegen, wie Firefox mit Cookies umgehen soll.

Im privaten Modus surfen?

Wollen Sie möglichst wenig Spuren beim Surfen hinterlassen? Dann sollten Sie das Häkchen vor "Firefox automatisch im privaten Modus starten" setzen. Anschließend sollten Sie außerdem das Häkchen vor "Cookies akzeptieren" entfernen. Auf diese Art und Weise verhindern Sie, dass Firefox beim Surfen Daten auf ihrem Computer speichert. Sollten Sie Ihren Computer gemeinsam mit Familienmitgliedern, Freunden oder Kollegen benutzen, können diese so nicht sehen, welche Websites Sie besucht haben.

Feineinstellungen für die Chronik

Wenn Sie nicht im privaten Modus surfen, dann sollten Sie festlegen, wie umfangreich Ihre Chronik ausfallen soll. Alle folgenden Einstellungen betreffen auch den Datenschutz beim Surfen. Website-Betreiber können diese Daten nämlich in gewissem Umfang bei Ihrem Firefox abfragen. Auf diese Weise ist es zumindest theoretisch möglich (und auch praktisch machbar) Informationen über Ihr Surfverhalten zu sammeln.

  • Besuchte Seiten speichern: Legen Sie hier eine möglichst kurze Speicherdauer fest.
  • Download-Chronik speichern: Hier legen Sie fest, ob sich Firefox merken soll, welche Dateien Sie herunter geladen haben.
  • Suchbegriffe und Formulardaten speichern: Wenn Sie häufig Websites besuchen, die eine Anmeldung erfordern, dann kann Firefox für Sie Ihre Anmeldedaten speichern und automatisch beim nächsten Besuch einer Website in das Anmeldeformular eintragen. Dasselbe kann Firefox mit häufig benutzten Suchbegriffen machen. Wenn Sie diese Funktion benutzen, sollten Sie allerdings bedenken, dass andere Benutzer Ihres Computers unter Umständen Ihre Anmeldedaten missbrauchen kann.

Einstellungen fürs Löschen der Chronik

Wenn Sie den Firefox-Browser beenden, kann dieser für sie automatisch Datenspuren aus der Chronik löschen. Dazu setzen sie das Häkchen vor "Die Chronik löschen, wenn Firefox geschlossen wird". Wenn Sie einen Teil der Informationen über den Surfverlauf behalten wollen, können Sie entsprechende Einstellungen vornehmen (Schaltfläche rechts). Entfernen Sie einfach die Häkchen für den Teil der Chronik, den sie aufbewahren wollen.

Einstellungen für Cookies

Cookies sind kleine Dateien, die von einem Webserver mit Unterstützung Ihres Browsers auf Ihrem Computer gespeichert werden. Wenn eine Website bei Ihnen Cookies "gesetzt" hat, werden diese Dateien automatisch von Ihrem Browser wieder an die Website übertragen, wenn Sie sie erneut besuchen. Auf diese Weise kann eine Website Sie bei späteren Besuchen wiedererkennen. Um den Datenschutz zu verbessern, sollten Sie daher die Unterstützung von Cookies einschränken.

  • Cookies akzeptieren: Viele Websites setzen Cookies ein, um Daten über Sie auf Ihrem Computer zu speichern. Das kann ein Datenschutzrisiko sein, muss aber nicht. (Mehr Informationen zur Funktionsweise von Cookies und den damit verbundenen Datenschutzrisiken finden Sie in unserem Schwerpunkt Cookies.)
  • Cookies von Drittanbietern: Wenn Sie sich entschließen, Cookies zu akzeptieren, sollten Sie normalerweise Cookies von Drittanbietern nicht akzeptieren. Fast ausnahmslos handelt es sich bei Cookies von Drittanbietern um solche von Werbeanbietern, die Ihre Bewegung im Internet verfolgen wollen.

Einstellungen nur für Fachleute

Nicht alle Firefox-Einstellungen sind über Menüs erreichbar. Die allermeisten Einstellungen sind sogar unsichtbar und können nur durch die Eingabe von "about:config" in die Adresszeile des Browsers sichtbar und änderbar gemacht werden.

Auf diese Weise sollten Sie Änderungen allerdings nur vornehmen, wenn Sie ganz genau wissen, was Sie da tun. Ein falscher Eintrag kann ganz schnell dazu führen, dass Ihr Firefox überhaupt nicht mehr läuft.

Nutzungsbedingungen für Firefox

Der Firefox-Browser ist Open-Source-Software und darf kostenlos genutzt und weiterverbreitet werden.

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