Anschluss an die Online-Welt

Einführung im Thema Internetzugang
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Wie Sie Ihren Internet-Zugang sicher gestalten
Mehr als zwei Drittel der Deutschen nutzen mittlerweile das Internet. Ob DSL, Kabel, UMTS oder ISDN – der Internet-Zugang bildet die Verbindung zur digitalen Welt mit all ihren Möglichkeiten und Risiken. Wir zeigen, wie Sie sicher Anschluss nehmen und unnötige Risiken vermeiden.

Ohne Anschluss keine Verbindung. Wer im Web surfen will, braucht einen Internet-Zugang. Zahlreiche Anbieter, die so genannten Internet-Provider (englisch Internet Service Providers, ISPs), bieten dafür verschiedene Möglichkeiten an. Zu Hause ist der Breitbandzugang DSL (englisch Digital Subscriber Line) der Zugang der Wahl. Bei rund einem Drittel der Internet-Nutzer – insbesondere in ländlichen Gegenden, in denen kein DSL zur Verfügung steht – sind noch Internet-Anschlüsse mittels ISDN-Modem oder analogem Modem im Einsatz.

Immer häufiger kommen auch Mobilfunkverbindungen wie UMTS und GPRS in Verbindung mit einer Daten-Flatrate für den Internet-Zugang in Frage. Diese können in vielen Gegenden des Landes genutzt werden. Gerade in Städten bietet sich UMTS auch als schneller Internet-Zugang von zu Hause an, wenn DSL nicht verfügbar ist. Dabei muss man aber berücksichtigen, dass die UMTS-Anbieter die Nutzung bestimmter Anwendungen in der Regel vertraglich ausschließen. Dies betrifft beispielsweise Internet-Telefonie oder Tauschbörsen. Unterwegs haben Sie jede Menge Möglichkeiten, öffentliche Internet-Zugänge zu nutzen. In erster Linie sind hier Internet-Cafés und WLAN-Hotspots zu nennen.

Kontrollierter Durchgang statt Einfallstor

Alle Zugangsarten haben eines gemeinsam: Sie verbinden den Computer des Nutzers mit dem Internet. Das Internet ist ein gigantisches Netzwerk aus vielen einzelnen Netzwerken, in denen Millionen Computer auf der ganzen Welt verbunden sind. Der Internet-Zugang verbindet Ihren eigenen Computer also mit unzähligen weiteren Computern überall auf der Erde. Der offensichtliche Vorteil dieser Verbindung ist, dass Sie auf zahlreiche Dienste im Internet zugreifen können: World Wide Web, E-Mail, Chat und viele andere. Der große Nachteil liegt in dem Risiko, dass sich unerwünschte Besucher über das Internet Zutritt zu Ihrem Computer verschaffen können.

Solche Angreifer wollen in erster Linie vertrauliche Daten wie Kreditkartennummern oder Zugangsdaten fürs Online-Banking ausspionieren. Manche von ihnen sind aber auch daran interessiert, den Computer samt Internet-Zugang des Nutzers für ihre Zwecke zu missbrauchen, z.B. für das massenhafte Versenden von unerwünschten E-Mails (Spam) oder die Verbreitung von Schadsoftware. Immer wieder kommt es auch vor, dass Angreifer Daten und Programme löschen.

Durch die Ausstattung von immer mehr Nutzern mit Breitbandzugängen und Flatrate-Tarifen sind Nutzer als Angriffsziele noch attraktiver geworden: die Verbindung über das Internet ist schnell und viele lassen ihren Computer permanent online. So haben die Angreifer ausreichend Gelegenheit, nach Sicherheitslücken zu suchen und sie auszunutzen.

Sicherer mit Firewall

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Das wirksamste Mittel, um sich vor Angriffen über das Internet zu schützen, ist die Absicherung Ihres Computers mit Hilfe von Sicherheitssoftware. Diese sollte sowohl eine Firewall als auch Antiviren-Software enthalten. Außerdem sollten Sie das Betriebssystem, die Sicherheitssoftware und andere Programme wie Browser oder E-Mail-Programm durch regelmäßige Aktualisierung stets auf dem neuesten Stand halten.

Stellen Sie die Internet-Verbindung über einen Router – DSL-Router, WLAN-Router oder UMTS-Router – her, können Sie zumeist als zusätzlichen Schutzwall eine Firewall im Router aktivieren. Diese hindert schädliche Datenpakete daran, aus dem Internet auf Ihren Computer zu gelangen. Schließen Sie Ihren Computer dagegen über ein Modem – analoges Modem, ISDN-Modem oder DSL-Modem – an das Internet an, so entfällt diese zusätzliche Schutzmöglichkeit.

Die Kosten im Blick behalten

Immer häufiger wird der Internet-Zugang unabhängig vom tatsächlichen Nutzungsumfang zu einem monatlichen Festpreis angeboten, als so genannter Flatrate-Tarif. Dem gegenüber stehen Tarife, bei denen die Kosten von der tatsächlichen Nutzung abhängen und die sich vor allem für Wenig-Nutzer eignen. Die Abrechnung erfolgt bei diesen Tarifen entweder nach der Verbindungsdauer oder der übertragenen Datenmenge, oder einer Kombination aus beiden.

Alle gängigen Betriebssysteme bieten Funktionen zur Verwaltung von Netzwerkverbindungen an, mit denen Sie leicht überprüfen können, ob und wie lange eine Verbindung zum Internet besteht. Darüber hinaus gibt es Zusatzprogramme, die die laufenden Kosten für Internet-Verbindungen berechnen. Manche Provider stellen ihren Kunden solche Programme auf Anfrage zur Verfügung.

Vorsicht vor bösartigen Einwahlprogrammen

Bei ISDN- und Analog-Modem-Verbindungen existiert eine ernstzunehmende Gefahr: bösartige Einwahlprogramme. Solche Programme, oft auch kurz Dialer genannt, können die Internet-Verbindung kapern. Sie ersetzen die bestehende Internet-Verbindung ohne Wissen des Nutzers durch eine Verbindung über teure Sonderrufnummern. Das können beispielsweise Telefonnummern mit 0900er oder 0137er Vorwahl oder Auslandsrufnummern sein. Dazu werden die Verbindungseinstellungen auf dem Computer des Nutzers manipuliert. Anstatt der beabsichtigten, kostengünstigen Einwahl beim Internet-Provider wird dann ohne Wissen des Nutzers eine Verbindung zu einer teuren Sonderrufnummer hergestellt. DSL-Anschlüsse sind von dem Dialer-Problem hingegen nicht betroffen.

Wie können solche Einwahlprogramme auf Ihren Computer gelangen? Das passiert beispielsweise durch andere Schadsoftware, die sich heimlich auf dem Computer einnistet und Einwahlprogramme aus dem Internet herunterlädt und installiert. Es kann auch sein, dass Sie sich das Einwahlprogramm unwissentlich selbst auf den Computer installieren. Dazu werden Einwahlprogramme auf Webseiten beispielsweise als benötigte Software für den Zugang zu Inhalten getarnt. Ein Klicken auf „OK“ installiert das Einwahlprogramm bereits auf Ihrem Computer, ohne dass Ihnen wirklich bewusst ist, was Sie da getan haben.

Der neueste Versuch, die Leute zum Anrufen teurer Sondernummern zu veranlassen, sieht so aus: Auf einer Website wird ein Spiel kostenlos angeboten. Um weiterführende Informationen zum Spiel zu erhalten, oder um Extra-Spielpunkte zu bekommen, muss per Telefon eine Sondernummer mit teurem Minutentarif angerufen werden. Gerade Kinder lassen sich schnell dazu verführen, dort ohne Wissen der Eltern anzurufen. Diese bemerken das Problem beim Blick auf die nächste Telefonrechnung. Da tauchen dann mehrere hundert Euro für Anrufe bei der Sondernummer auf.

Die Anbieter solcher Spiele haben ihren Sitz für gewöhnlich im Ausland. Da ist es meist schwierig, das Geld zurück zu holen. Auf jeden Fall sollte man darüber aber die Verbraucherzentrale in dem Bundesland informieren, in dem man wohnt.

Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, können Sie bei Ihrem Anbieter teure Sonderrufnummern sperren lassen. Das verhindert unliebsame Überraschungen. Die meisten Internet-Sicherheitspakete beinhalten zudem einen wirksamen Dialerschutz. Haben Sie solche Sicherheitssoftware installiert, sind Sie ebenfalls gut geschützt.

Im Schadensfall

Wenn Sie anhand der Telefonrechnung den Verdacht haben, dass sich bereits ein bösartiges Einwahlprogramm auf Ihrem Computer befindet, sollten Sie als erstes das Modemkabel herausziehen. Damit unterbrechen Sie die Verbindung und vermeiden weiteren Schaden. Anschließend sollten Sie den Computer mit Hilfe von Antidialer-Software untersuchen und bereinigen. Wenn das nicht zum Erfolg führt, empfehlen wir Ihnen, sich an einen Fachmann zu wenden.