Das Gastkonto: zu Gast bei Freunden

Vertiefung im Thema Betriebssystem
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„Kann ich mit Deinem Computer mal kurz ins Internet?“, lautet oft die Frage, wenn Freunde zu Besuch sind. Natürlich werden Sie Ihrem Besuch den Computer gerne zur Verfügung stellen. Allerdings wollen Sie auch nicht, dass Ihr Besuch Zugang zu Ihren privaten E-Mails, Fotos und Dokumenten erhält oder Einstellungen verändert. Die Lösung: Geben Sie Ihrem Besuch Zugang zum Gastkonto ihres Computers.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen zunächst, warum die Verwendung des Gastkontos sinnvoll ist. Im Anschluss daran geht es um das Aktivieren und die sichere Einrichtung des Gastkontos.

Aber warum das alles?! Ich vertraue meinen Gästen!

Ihr Gast muss nicht neugierig oder boshaft sein, um an Ihrem Computer und Ihren Daten Schaden anzurichten. Stellen Sie sich beispielsweise vor, ein unvorsichtiger Gast öffnet eine Datei, die er aus dem Internet heruntergeladen oder per E-Mail erhalten hat. Wenn diese ein Schadprogramm enthält, können Computer und Daten gefährdet sein.

Um solche und andere Probleme zu vermeiden, bieten die meisten Betriebssysteme eine Lösung: das Gastkonto.

Das Gastkonto aktivieren

Normalerweise ist das Gastkonto standardmäßig deaktiviert. Sie müssen dieses Konto erst aktivieren, um Ihrem Besucher Zugang zu Ihrem Computer zu bieten. Wie Sie diese Aktivierung vornehmen können, erklären wir in unseren Anleitungen für verschiedene Betriebssysteme.

Ist das Gastkonto aktiviert, dann kann sich Ihr Besuch als Gast anmelden. Mit dem Gastkonto ist es ihm nun möglich, ins Internet zu gehen und für alle Nutzer freigegebene Programme zu verwenden. Er kann allerdings keine grundlegenden Einstellungen verändern, keine Programme installieren und nicht die Verzeichnisse anderer Nutzer einsehen. So können Sie Ihrem Gästen einfach und sicher Zugang zu Ihrem Computer gewähren, ohne dass Sie Ihre privaten Daten und den Computer selbst unmittelbaren Gefahren aussetzen.

Sichere Einstellungen für das Gastkonto

Gastkonto bei Nichtgebrauch deaktivieren

Es ist praktisch, mit dem Gastkonto Freunden einfach und sicher Zugang zu Ihrem Computer zu gewähren. Trotzdem sollten Sie das Gastkonto immer wieder deaktivieren, wenn es nicht mehr benötigt wird. Der Grund hierfür liegt darin, dass es einem Angreifer gelingen könnte, durch das Ausnutzen von Sicherheitslücken über ein ständig aktives Gastkonto Zugriff auf andere Nutzer-Konten des Computers zu erhalten. So kann er private Daten ausspionieren oder eventuell die Kontrolle über den gesamten Computer an sich bringen.

Zugänge beschränken

Wenn Sie außerdem wollen, dass für den Gast bestimmte Datenträger oder Verzeichnisse des Computers nicht zugänglich sind, dann können Sie den Zugang zu diesen explizit sperren. Dies sollten Sie beispielsweise tun, wenn Sie private Daten außerhalb Ihres Nutzer-Verzeichnisses gespeichert haben, etwa im Verzeichnis „Gemeinsame Dateien“ (Windows) beziehungsweise „Für alle Benutzer“ (Mac OS X). Es bietet sich an, Datenträger und Verzeichnisse, zu denen der Gast keinen Zugang benötigt, generell für ihn zu sperren.

Programme beschränken

Manche Programme bieten die Möglichkeit, entweder für alle Nutzer eines Computers oder nur für einen bestimmten Nutzer installiert zu werden. Überlegen Sie sich gut, ob es nicht reicht, wenn ein Programm nur mit Ihrem Nutzer-Konto verwendet werden kann. Jedes zusätzlich installierte Programm kann Sicherheitslücken enthalten und somit Angriffsfläche bieten, wenn ein Angreifer über das Gastkonto versucht die Kontrolle über den Computer zu erhalten. Je weniger unnötige Programme also für den Gast zugänglich sind, desto besser.

Unter Max OS X ist es zusätzlich möglich die „Kindersicherung“ zu aktivieren. Hier können Sie Zeiten für die Nutzung des Computers festlegen und festlegen welche Programme der Gast verwenden darf und welche nicht. Unter Windows gibt es eine solche Funktion bisher leider nicht.