Daten sichern – sich Ärger ersparen

Vertiefung im Thema Datensicherung
Diese Seite drucken
CC
Datensicherung (120px)
Regelmäßige Sicherung spart Zeit und Nerven
Fast jeder hat es schon einmal erlebt: Sie haben längere Zeit an einem Dokument geschrieben und plötzlich stürzt das Textverarbeitungsprogramm ab und alles ist weg. Oder der Computer startet überhaupt nicht mehr. Mit einer Datensicherung können Sie solchen Ärgernissen einfach vorbeugen.

Besonders wenn Sie den Computer auch für berufliche Zwecke nutzen, kann der Verlust von Daten oder der Ausfall des Computers schmerzhaft für das Portemonnaie werden. Unter Umständen sind Sie zur Durchführung einer regelmäßigen Datensicherung, auch Backup genannt, sogar gesetzlich verpflichtet.

Aber auch wenn Sie Ihren Computer rein privat nutzen, sammeln sich im Laufe der Zeit wichtige Korrespondenzen (per E-Mail, der Brief an den Vermieter), Fotos und andere Dokumente an. Der Verlust dieser Daten stellt zwar meistens keinen großen monetären Verlust dar, aber der ideelle und praktische Wert für den Einzelnen ist meist umso größer.

Oft haben Nutzer das Betriebssystem sowie die Programme ihren Vorstellungen und Bedürfnissen entsprechend eingerichtet. Viele Menschen sind sich des Zeitaufwands, der in einer solchen Einrichtung steckt, gar nicht bewusst. Dies wird erst dann offenbar, wenn das System neu eingerichtet werden muss, wenn zum Beispiel die Festplatte kaputt gegangen ist.

Wie schön wäre es da doch, wenn in einem solchen Fall nur ein Knopf mit der Aufschrift „Systemzustand wiederherstellen“ gedrückt werden könnte und alles wäre wieder beim Alten?! Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihren Computer einrichten können, so dass diese Vision Wirklichkeit wird.

Daten sichern – aber welche?

Welche Daten gesichert werden sollten, ist eine Einzelfallentscheidung. Wenn Sie den Computer lediglich für das gelegentliche Surfen im Internet, zum Speichern Ihrer Fotos oder zum Schreiben vereinzelter Dokumente verwenden, dann kann eine Sicherung Ihrer wichtigsten Daten, wie der Fotosammlung und anderer eigener Dateien, ausreichen.

Verwenden Sie den Computer für viele unterschiedliche Zwecke und passen viele Programme an Ihre eigenen Bedürfnisse an, dann lohnt es sich durchaus, das gesamte System, mitsamt den Betriebssystem- und Programmdateien, zu sichern.

Wenn Sie regelmäßig mit einem Textverarbeitungsprogramm oder einem E-Mail-Programm arbeiten, so sollten Sie in jedem Fall die meistens vorhandene Autosave-Funktionen dieser Programme aktivieren. Autosave ist eine Kurzformel, die für automatisch (auto) und speichern (save) steht. Diese Autosave-Funktionalität speichert einen Text, der gerade bearbeitet wird, in regelmäßigen Abständen. So geht im Falle eines Absturzes der Anwendung oder des gesamten Computers nicht gleich alles verloren, was Sie bis dahin geschrieben haben.

Alle Betriebssysteme verfügen über das Konzept des Papierkorbs, in dem Dateien, die von Ihnen gelöscht werden, normalerweise noch für eine gewisse Zeitspanne aufbewahrt werden. Diese Dateien können Sie dann im Zweifelsfall wiederherstellen. Dies kann sich als nützlich erweisen, wenn Sie sich beispielsweise einmal beim Löschen einer Datei „verklicken“.

Daten sichern – aber wie oft?

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Datensicherungen, die sich untereinander ergänzen.

  1. Vollständige Sicherung
    Es werden alle Daten, die zur Sicherung ausgewählt wurden, vollständig gesichert. Haben Sie beispielsweise eine gesamte Festplatte zur Sicherung ausgewählt, so wird diese komplett kopiert.

  2. Differenzielle Sicherung
    Es werden lediglich Daten gesichert, die seit der letzten vollständigen Sicherung hinzugekommen sind oder verändert wurden. Auch wenn Sie die gesamte Festplatte zur Sicherung markiert haben, werden jetzt nur neue und veränderte Dateien kopiert. Voraussetzung ist natürlich, dass bereits eine vollständige Sicherung existiert.

  3. Inkrementelle Sicherung
    Es werden lediglich Daten gesichert, die seit der letzten inkrementellen Sicherung hinzugekommen sind oder verändert wurden. Bei der differenziellen Sicherung werden Daten kopiert, die seit der letzten vollständigen Sicherung erstellt oder verändert wurden, unabhängig von jeder anderen differenziellen Sicherung. Bei der inkrementellen Sicherung dagegen, werden immer nur Daten kopiert, die seit der letzten inkrementellen Sicherung erstellt oder verändert wurden. Damit baut jede inkrementelle Sicherung auf der vorherigen auf und ist von ihr abhängig.

Die Art der Kombination der verschiedenen Strategen hängt nun von zwei Faktoren ab, die sich im Einzelfall stark unterscheiden können:

Sollen mehrere verschiedene Systemzustände aufbewahrt werden?
Oftmals ist es wünschenswert, obwohl bereits eine Sicherung neueren Datums existiert, eine frühere Sicherung wiederherstellen zu können. Zum Beispiel auf Grund eines in einer neueren Sicherung bereits existierenden, aber bis zu dessen Zeitpunkt noch nicht bemerkten Fehlers. So könnten veränderte Dateien zwischenzeitlich unbemerkt in einem unlesbaren Format oder auf einem beschädigten Abschnitt der Festplatte gespeichert worden sein. Wie häufig sollen Sicherungen angefertigt werden?
Im Falle einer beruflichen Nutzung des Computers ist es dringend empfehlenswert täglich eine Sicherung anzufertigen, während im Rahmen einer rein privaten Nutzung eine wöchentliche Sicherung des Systemzustandes durchaus ausreichen kann. Viele Datensicherungs-Programme bieten dazu eine Automatisierung des Sicherung-Vorgangs an.

Verschiedene Sicherungs- strategien: Vergleich der zu sichernden DatenmengenVerschiedene Sicherungs- strategien: Vergleich der zu sichernden Datenmengen

Betrachtet man die Abbildung rechts, so wird schnell klar, dass sich eine Mischung der verschiedenen alternativen Strategien zur Datensicherung anbietet. Sollten Sie für jeden Tag eines Jahres eine eigene Sicherung des Systemzustands anfertigen wollten, so würde die vollständige Sicherung zu viel Speicherplatz verbrauchen. Führen Sie jedoch nur einmal im Jahr eine vollständige Sicherung durch und den Rest der Zeit überbrücken Sie mit Hilfe von inkrementellen Sicherungen, dann wird wesentlich weniger Speicherplatz verbraucht, als bei einer vollständigen Sicherung. Aber die Wiederherstellung eines alten Systemzustands kann dafür sehr lange dauern, weil Sie alle inkrementellen Sicherungen, eine nach der anderen seit der letzten vollständigen Sicherung, wieder einspielen müssen. Das führt zu einem weiteren Nachteil: wenn es in der Kette der inkrementellen Sicherungen in einer der Sicherung einen Defekt gibt, dann kann eine Wiederherstellung des Systemzustands unmöglich sein.

Eine Lösung zu diesem Problem stellt eine Abwandlung des so genannten „Generationenprinzips“ dar. So sollten Sie:

  • jede Woche eine inkrementelle Sicherung
  • jeden Monat eine differenzielle Sicherung
  • jedes halbe Jahr eine vollständige Sicherung

durchführen.

Beispielsicherung: Bestehende Sicherungen zum Zeitpunkt der dritten Woche im Mai 2009, beginnend 2007Beispielsicherung: Bestehende Sicherungen zum Zeitpunkt der dritten Woche im Mai 2009, beginnend 2007

Während die vollständigen Sicherungen aufbewahrt werden sollten, können Sie die monatlichen und wöchentlichen Sicherungen nach Ablauf eines halben Jahres, beziehungsweise eines Monats, wieder überschreiben. So Besitzen Sie jeweils „abhängige“ Sicherungen für die letzten vier Wochen, „unabhängige“ Sicherungen für die letzten sechs Monate und in halbjährlichen Abständen Sicherungen für die letzten Jahre (siehe Abbildung).

Wichtig: Diese Kombination der Sicherungsstrategien ist für einen rein privat genutzten Computer vorgesehen. Wenn Sie Ihren Computer beruflich nutzen, sollten die Abstände für Datensicherungen enger sein. Gleichzeitig sollten Sie öfter „unabhängige“, vollständige und differenzielle Sicherungen anfertigen. Wer ganz sicher gehen will, sollte die Sicherungskopien auf unterschiedlichen Speichermedien, wie zum Beispiel externen Festplatten oder USB Sticks aufbewahren.

Daten sichern – und wie genau?

Es gibt verschiedene Methoden und Programme, um Daten zu sichern. Die mögen für jeden einzelnen anders aussehen, aber ganz sicher ist für jeden was dabei. Denn was für den einen gut ist, ist für den anderen zu umständlich, was für den einen ausreichend ist, ist bei dem anderen viel zu wenig. Nehmen Sie sich Zeit, die richtige Variante für sich zu finden und lassen Sie sich nicht frustrieren, wenn das nicht auf Anhieb klapp. Ganz sicher können wir sagen: jede Datensicherung ist besser als keine Datensicherung.

Folgende Methoden zur Datensicherung gibt es:

  • Kopieren von einzelnen Ordnern und Dateien
  • Verwendung von Betriebssystem-eigenen Sicherungs-Programmen
  • Nutzung spezieller Programme für die Datensicherung

Kopieren von einzelnen Ordnern und Dateien

Nutzen Sie den Computer lediglich sporadisch, dann kann es ausreichend sein, lediglich die eigenen Ordner und Dateien zu sichern. Des Weiteren können Sie E-Mails manuell exportieren und archivieren, sowie die Konfigurationen mancher Programme eigenhändig sichern. Je nach Betriebssystem setzt diese Vorgehensweise allerdings unterschiedliches Vorwissen voraus.

Verwendung von Betriebssystem-eigenen Sicherungs-Programmen

Die Verwendung Betriebssystem-eigener Sicherungsprogramme ist ebenfalls möglich. Diese sind zwar meist einfach zu konfigurieren, aber lassen auch oft wichtige Funktionalitäten vermissen. Daher ist eine Verwendung dieser Programme auch nicht für alle Nutzer empfehlenswert. Es ist aber festzustellen, dass sich die Betriebssystem-eigenen Werkzeuge gerade in den letzten Jahren stark verbessert haben. So bieten Windows Vista in seinen Ultimate- und Business-Editionen sowie MacOS in den Versionen 10.5, 10.6 durchaus brauchbare Werkzeuge für die Datensicherung an.

Nutzung spezieller Programme für die Datensicherung

Gesetzt den Fall Sie nutzen Ihren Computer täglich oder sogar beruflich, dann empfehlen wir Ihnen die Verwendung spezieller Datensicherung-Programme. Natürlich gibt es auch hier Schattenseiten: manche Programme bieten ebenfalls nicht alle wünschenswerten Funktionalitäten, außerdem fallen meist Extrakosten für deren Kauf an. Dennoch stellen einige dieser Programme eine wirklich gute Alternative zur sehr aufwendigen und nicht immer möglichen Handarbeit dar.

Daten sichern – aber wohin?

Für das Anlegen Ihrer Datensicherungen sollten Sie auf jeden Fall „externe“ Speichermedien wählen. Schließlich ist ein Hauptgrund für das Anlegen einer Datensicherung der Ausfall des Computers oder seiner Festplatte. Da hätte es wenig Sinn die Daten auf derjenigen Festplatte zu sichern, vor deren Ableben Sie sich schließlich schützen wollen.

Für das Anlegen der kurzfristigen Datensicherungen, das heißt für wöchentliche und monatliche Sicherungen, bietet sich die Nutzung einer externen Festplatte oder eines USB-Sticks an. Für die längerfristigen Sicherungen, die für Jahre aufbewahrt werden müssen, sollten Sie Speichermedien wie beschreibbare CDs und DVDs verwenden. Daten können auf diesen Medien bei richtiger Lagerung meist länger unbeschadet überleben als auf Festplatten.

Wichtig: Es hat sich herausgestellt, dass manche CDRs bereits nach kurzer Lagerzeit gar nicht mehr oder nur noch teilweise lesbar waren. Dies ist in erster Linie ein Qualitätsproblem. Verwenden Sie also für Datensicherungen möglichst qualitativ hochwertige Medien.

Was die Lagerung angeht sollten Sie darauf achten, die Datensicherungen getrennt vom Computer und vor Sonneneinstrahlung sowie Feuchtigkeit geschützt aufzubewahren. Besonders CD und DVD-Medien verkraften auf Dauer keine direkte Sonneneinstrahlung. Festplatten wiederum dürfen auf keinen Fall in die Nähe starker Magneten gelangen, wie sie beispielsweise in Hifi-Boxen zu finden sind.

Hilfreich ist auch, Speichermedien so zu beschriften, dass Sie auch nach mehreren Jahren noch in der Lage sind zu finden, was sie suchen. Vermeiden Sie also möglichst zu allgemeine Aufschriften wie: „Backup 2“ oder „Computer 2008“. Die Beschriftung sollte mindestens eine Aussage über den Inhalt der Datensicherung, als auch über deren genaues Datum machen. Wie zum Beispiel: „Vollständige Sicherung Ordner „Fotos“ 11.12.2008“

Wie Sie im Ernstfall Ihre Datensicherung wieder einspielen können, erklären gesonderte Artikel zu diesem Thema.