Datenspuren und Daten sparen beim Websurfen

Vertiefung im Thema Datenspuren im Netz
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Anonym surfen mit Maske (120px)
Spurlos geht nicht
Spurlos im Web surfen? Gibt's nicht! Wer im Web surft, hinterlässt Spuren. Und wer Webdienste wie soziale Netzwerke, Online-Shops und Suchmaschinen benutzt, hinterlässt noch mehr Spuren. Wer aber darauf achtet, weniger Spuren zu hinterlassen, surft sicherer und schützt seine Privatsphäre.

Spuren legen

Stellen Sie sich vor, Sie hätten beim Verlassen Ihrer Wohnung einen mit sehr feinem Sand gefüllten Rucksack auf dem Rücken. Der Rucksack hat ein winzig kleines Loch, durch das bei jedem Schritt, den Sie gehen, ein paar Sandkörner herausfallen und auf dem Boden liegen bleiben. Den ganzen Tag über tragen Sie diesen Rucksack mit sich herum und hinterlassen überall eine Spur aus Sandkörnern. Erst, wenn Sie wieder daheim sind, schnallen Sie den Rucksack ab. Fragen Sie sich nun einmal, ob die vielen Sandkörner Fremde zu Ihnen führen könnten.

Die Antwort auf diese Frage lautet: vielleicht. Je nachdem, was Sie den Tag über gemacht haben, welche Orte Sie aufgesucht haben, wäre es mit einiger Mühe vielleicht möglich, die Sandspuren zu Ihnen zurück zu verfolgen. Wenn Sie zum Beispiel nur eine einzige Erledigung vorgenommen haben (und gerade kein Wind weht), ist die Sandspur wahrscheinlich leicht zu verfolgen. Und wenn Sie über mehrere Tage hinweg immer dieselben Wege gehen, werden die Sandspuren deutlicher erkennbar sein als wenn Sie jeden Tag einen anderen Weg nehmen würden.

Ganz ähnlich ist es im Internet. Wann immer Sie mit Ihrem Browser surfen, hinterlassen Sie auf den Websites, die Sie besuchen, ein paar 'Bits und Bytes'. Ihr Browser hat sozusagen 'Datenlöcher', aus denen die Daten 'herausrieseln'. Diese Daten landen in den Logdateien der Webserver oder in Datenbanken von Diensteanbietern.

Das geht los mit der IP-Adresse, die wie eine Art digitales Nummernschild funktioniert, und endet noch lange nicht mit Cookies, die oft als digitaler Ausweis zur Anmeldung bei Websites eingesetzt werden. Auch Informationen darüber, von welcher Website Sie gerade kommen, welches Betriebssystem bei Ihnen läuft, wie groß Ihre Bildschirmauflösung ist und was für einen Webbrowser Sie benutzen, werden automatisch gespeichert. Mit Hilfe der Funktion Geotargeting/Geolocation verrät Ihr Browser auf Anfrage sogar, wo in etwa Sie wohnen. Wer nun Gelegenheit hat, genug der hinterlassenen digitalen Spuren zusammenzutragen und auszuwerten, kann praktisch jeden, der im Internet surft, identifizieren.

Wenn Sie sich anschauen wollen, welche Daten Ihr Browser unter anderem an Websites überträgt, werfen Sie doch einmal einen Blick auf das Angebot Panopticklick (siehe Linkliste) der US-Bürgerrechtsorganisation Electronic Frontier Foundation (EFF).

In der Regel nehmen Sie diesen 'Datenfluss im Hintergrund' nicht bewusst wahr, weshalb Sie keinen Überblick über die von Ihnen in der Vergangenheit verstreuten digitalen 'Sandkörner' haben. Oder können Sie sich noch an jede Website erinnern, die Sie in den letzten zwei Jahren besucht haben?

Der Datenfluss im Hintergrund ergänzt die von Ihnen freiwillig auf privaten Homepages, in Blogs und sozialen Netzwerken, Foren oder anderen Websites preisgegebenen Informationen. Zusammen bilden all diese Daten Ihre Webidentität.