Der Tracking-Schutz im Internet Explorer

Vertiefung im Thema Sicher surfen
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Drittanbieter auf Webseiten gezielt einschränken
Mit dem „Tracking-Schutz“ bietet der Internet Explorer eine Funktion, die Internetnutzer vor der Nachverfolgung durch Werbetreibende schützen soll. Wie das sogenannte „Tracking“ dadurch verhindert wird und worauf Sie achten sollten, erfahren Sie in diesem Artikel.

Nachverfolgung durch „Drittanbieter“

Die Inhalte einer Webseite stammen oftmals nicht allein aus der Hand des Website-Betreibers. Teile der Seite wie Werbeeinblendungen, Bilder oder andere Inhalte werden häufig von externen Quellen geliefert, von sogenannten Drittanbietern.

Sind Inhalte anderer Anbieter in einer Webseite eingebunden, dann tauscht der Browser beim Laden der Seite nicht nur Daten mit dem Server der Website aus, sondern auch mit den Servern der Drittanbieter. Diese erhalten dadurch Informationen über den Computer des Nutzers, wie zum Beispiel die IP-Adresse. Sie können außerdem Cookies (so genannte Drittanbieter-Cookies) auf dem Computer des Nutzers speichern und diese später wieder auslesen.

Zum Problem werden kann dies vor allem dann, wenn ein Anbieter Inhalte auf zahlreichen Webseiten platziert, die der Nutzer besucht. Denn dann kann er den Nutzer auf seinem Weg durchs Internet nachverfolgen und ein Nutzerprofil erstellen – beispielsweise um auf den Anwender zugeschnittene Werbeeinblendungen zu schalten. Manche Nutzer wollen jedoch keine personalisierte Werbung sehen und fühlen sich in ihrer Privatsphäre gestört.

Tracking-Schutz als Gegenmittel

Die Lösung des Problems ist allerdings nicht einfach. Eine grundsätzliche Sperrung von Inhalten der Drittanbieter durch den Browser würde viele Webseiten in ihrer Funktionalität stark einschränken. Denn nicht nur Werbung, sondern auch andere Inhalte wie beispielsweise Stadtpläne oder Videos werden häufig aus anderen Quellen in Webseiten eingebunden.

Um der Nachverfolgung von Nutzern durch Werbetreibende dennoch Einhalt zu gebieten, verfügen viele Webbrowser mittlerweile über Schutzfunktionen, die gezielt Drittanbieter einschränken. Bei der Frage, wie das Problem im Detail gelöst werden soll, gehen die Browser-Hersteller allerdings unterschiedliche Wege. Microsoft hat im Internet Explorer 9 den sogenannten "Tracking-Schutz" eingeführt, der die Funktion „InPrivate-Filterung“ aus dem Internet Explorer 8 ablöst.

Die Grundidee hinter dem „Tracking-Schutz“ ist recht einfach: Inhalte von unerwünschten Drittanbietern sollen vom Browser automatisch gesperrt, Inhalte von erwünschten Drittanbietern dagegen zugelassen werden.

Achtung: Die Schutzfunktion beschränkt sich explizit auf Drittanbieter. Welche Daten der Website-Betreiber selbst von Ihnen ausliest, wird dagegen nicht beeinflusst.

Welche Drittanbieter erwünscht und welche unerwünscht sind, wird dabei anhand spezieller Listen, sogenannter „Tracking-Listen“ (auch „Tracking Protection List“, kurz „TPL“ genannt) bestimmt. Diese Listen enthalten neben den Namen von Anbietern (in Form von Domain-Namen, wie beispielsweise „ivwbox.de“) zu jedem Eintrag in der Liste die Aussage, ob Inhalte dieses Anbieters gesperrt oder zugelassen werden. Beim Aufrufen einer Webseite überprüft der Browser automatisch anhand der Listen, ob bestimmte Inhalte der Webseite gesperrt werden sollen.

Dieser Ansatz hat allerdings einen Nachteil: Sobald ein Anbieter seine Inhalte unter einer neuen Domain zur Verfügung stellt, werden diese nicht mehr gesperrt. Dadurch müssen die Listen ständig aktualisiert werden. Die nächsten Monate werden zeigen, wie gut der Tracking-Schutz in der Praxis funktioniert.

Die Sperre bezieht sich wie gesagt nur auf Drittanbieter-Inhalte, die in andere Websites eingebunden sind. Sie können die Inhalte eines gesperrten Anbieters nach wie vor direkt im Browser aufrufen, durch Eingabe der dazu gehörenden Webadresse (URL) oder durch Klicken auf einen Link.

Im Rahmen der Funktion „Tracking-Schutz“ im Internet Explorer stehen Ihnen zwei Arten von Tracking-Listen zur Verfügung. Die erste ist Ihre eigene, personalisierte Liste, die Sie lokal im Browser anlegen und nach und nach erweitern können. Die zweite bilden Listen anderer Anbieter, die Sie in aus dem Internet herunterladen und dem Tracking-Schutz hinzufügen können.

Den Tracking-Schutz im Internet-Explorer aktivieren

Der Tracking-Schutz im Internet Explorer ist von Hause aus deaktiviert. Das heißt, Sie müssen die Funktion erst aktivieren, um Inhalte von Drittanbietern einzuschränken. Wie Sie den Tracking-Schutz aktivieren und anpassen können, erfahren Sie in der Anleitung „Sicher surfen mit dem Internet Explorer“ beziehungsweise in unserem Video „Trackingschutz im IE9 einrichten“

Ihre personalisierte Tracking-Liste anlegen und pflegen

In den Browser-Einstellungen können Sie Ihre personalisierte Tracking-Liste aktivieren und verwalten.

Personalisierte Tracking-Liste: (Zum Vergrößern Bild anklicken)Personalisierte Tracking-Liste: (Zum Vergrößern Bild anklicken) Mit der personalisierten Liste sollen Anbieter eingeschränkt werden, die auf vielen von Ihnen besuchten Websites Inhalte platziert haben und so Ihr Surfverhalten nachverfolgen können. Im Internet Explorer voreingestellt ist, dass ein Drittanbieter dann gesperrt werden kann, wenn Inhalte dieses Anbieters auf mindestens zehn von Ihnen besuchten Websites eingebunden wurden. Sie können diesen Grenzwert auf einen beliebigen Wert zwischen drei und 30 ändern.

Sobald Inhalte eines Drittanbieters auf zehn (beziehungsweise dem eingestellten Grenzwert) von Ihnen besuchten Websites enthalten sind, wird der Anbieter der personalisierten Liste hinzugefügt. Auf diese Weise wird die Liste vom Browser automatisch erweitert. Sie können dann für jeden Drittanbieter in der Liste einzeln entscheiden, ob Inhalte dieses Anbieters blockiert werden sollen. Oder Sie legen grundsätzlich fest, dass alle Inhalte von Anbietern automatisch gesperrt werden, sobald diese durch Erreichen des Grenzwerts der Liste hinzugefügt wurden.

Andere Listen einbinden und aktuell halten

Von Microsoft verlinkte Tracking-Listen: (Zum Vergrößern Bild anklicken)Von Microsoft verlinkte Tracking-Listen: (Zum Vergrößern Bild anklicken) Neben Ihrer personalisierten Liste können Sie auch vorgefertigte Tracking-Listen anderer Anbieter aus dem Internet abonnieren, in dem Sie sie herunterladen und dem Tracking-Schutz hinzufügen.

Microsoft selbst bietet keine Tracking-Liste an, verlinkt aber auf seinen Internetseiten und in den Browser-Einstellungen auf einige. Die Listen werden in der Regel von Unternehmen oder Organisationen bereitgestellt und aktualisiert. Derzeit (April 2011) sind nur einige wenige internationale Tracking-Listen verfügbar. Insbesondere existieren noch keine speziell auf die Internetnutzung in Deutschland angepasste Listen.

Internet Explorer überprüft die hinzugefügten Listen regelmäßig auf Aktualisierungen. Wenn der Listenbetreiber nichts anderes vorgibt, geschieht dies einmal pro Woche.

 

Ansicht einer abonnierten Tracking-Liste: (Zum Vergrößern Bild anklicken)Ansicht einer abonnierten Tracking-Liste: (Zum Vergrößern Bild anklicken) Sie können die von Ihnen abonnierten Listen in den Browser-Einstellungen einsehen, aber nicht verändern. Das Kürzel „-d“ vor dem Domainnamen gibt an, dass Inhalte dieses Anbieters gesperrt werden sollen. „+d“ steht entsprechend für Inhalte von Drittanbietern, die zugelassen sind.

Vorsicht: Bei der Einbindung von Tracking-Listen ist zu beachten, dass die Regel "zulassen" die Regel "blockieren" überstimmt. Das bedeutet, wenn Inhalte eines Anbieters auf einer der abonnierten Liste explizit zugelassen werden, wird eine Sperrung dieser Inhalte durch eine andere Liste unwirksam. Daher sollten Sie Tracking-Listen sorgsam auswählen und nur von Anbietern abonnieren, denen Sie vertrauen. Schauen Sie sich die Listen im Detail an, wenn Sie sicher gehen wollen, dass bestimmte Inhalteanbieter gesperrt werden.