Persönliche Datenspuren im Netz

Einführung im Thema Datenspuren im Netz
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Datenspuren im Netz (120px)
Bei Ebay alten Hausrat versteigern, mit der Google-Suchmaschine Informationen suchen, Zeitungen online lesen – bei allen Aktivitäten im Internet hinterlassen wir Datenspuren. In unserem Schwerpunkt „Datenspuren im Internet“ geben wir Ihnen einen Überblick, wo Sie welche Datenspuren im Internet hinterlassen und wie Sie weniger von Ihren Daten im Internet preisgeben.

In den letzten Jahren sind immer wieder Datenschutzprobleme von IT-Unternehmen öffentlich geworden. Apple hatte im iPhone versehentlich viel mehr Daten zu Ihren Aufenthaltsorten, so genannte Geodaten, unverschlüsselt gespeichert als geplant, Google sammelte im Rahmen seiner Streetview-Aufzeichnungen auch sensible Daten aus WLAN-Netzen und Sony wurden gleich Millionen von Kundendaten seines Playstation-Netzwerks gestohlen.

Die Beispiele zeigen: Nutzer können sich nicht darauf verlassen, dass Unternehmen mit ihren Daten immer sorgsam umgehen. Statt dessen sollten Nutzer lieber selbst zurückhaltend bei der Preisgabe persönlicher Daten sein. Allerdings ist vielen nicht bewusst, welche Daten sie im Internet hinterlassen und wer mit diesen Daten was anstellen kann. Denn anders als offline, wo wir viele unserer Spuren sehen können, sind Online-Spuren für Nutzer nicht so leicht sichtbar. Wer sich vergegenwärtigt, wie viel Daten bei durchschnittlichen Online-Aktivitäten hinterlassen werden, dem kann schnell mulmig zumute werden. Stellen Sie sich vor, wie Online Zeitung lesen heutzutage Offline aussehen würde, wenn im „realen Leben“ die gleiche Datensammel-Praxis üblich wäre.

Eine kleine Geschichte aus der Offline-Realität

Jeden Morgen kauft sich Manfred auf dem Weg zur S-Bahn eine Zeitung. Doch an diesem Morgen wundert er sich. "Guten Morgen, Manfred! Da Du gestern ja mit Begeisterung den Artikel zu den neuen technischen Entwicklungen der Hybridmotoren gelesen hast, empfehle ich Dir heute, dieses Magazin zu abonnieren." Verwundert kratzt Manfred sich am Kopf - hat ihn jemand in der S-Bahn beobachtet? Woher kennt ihn die Verkäuferin? "Und mal unter uns..." raunt sie ihm jetzt zu "... abnehmen hast Du doch gar nicht nötig!". Schamröte schießt ihm ins Gesicht - woher weiß sie das alles?

Was an diesem Beispiel absurd anmutet, ist online inzwischen völlig normal. Cookies und andere Mechanismen, die Internet-Nutzer analysieren und Benutzerprofile von ihnen erstellen, werden vielfach in der Werbeindustrie verwendet. Nur so kann eine personalisierte und auf die Interessen der einzelnen Nutzer zugeschnittene Werbung überhaupt erst angeboten werden. Aber nicht nur die Werbeindustrie arbeitet mit diesen Daten. Sehr viele Webanwendungen basieren inzwischen darauf, etwas über ihre Nutzer zu wissen.

Im Gegensatz dazu ist das Bedürfnis nach Privatsphäre jedoch für viele Nutzer nach wie vor sehr ausgeprägt: Ein gewisser Grad an Anonymität ist für uns in vielen Alltagssituationen selbstverständlich. Wie Manfred morgens am Kiosk, gehen wir beispielsweise beim Einkaufen davon aus, dass die Verkäufer nicht allzu viel über uns wissen. Wir sind zwar nicht gänzlich unbekannt, weil wir zu bestimmten Tageszeiten und an bestimmten Orten und persönlich einkaufen gehen. Wir wissen, dass all diese Informationen Rückschlüsse auf unser Leben und unsere Persönlichkeit zulassen. Aber dennoch gehen wir davon aus, dass über uns nicht bekannt ist, wo wir vorher eingekauft haben, über wie viel Einkommen wir verfügen, was unsere Vorlieben sind und wie wir heißen. Wir gehen vor allem nicht davon aus, dass solche Informationen über uns gesammelt und in Profilen zusammengefasst abgespeichert werden.

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