Sicherer surfen im Web, Teil 1

Einführung im Thema Sicher surfen
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Sicher surfen (120px)
Den Browser startklar machen
Websurfen gehört inzwischen für viele Menschen zum Alltag. Wer ins Internet geht, sollte sich angemessen verhalten und grundlegende Sicherheitsvorkehrungen treffen. Dann gibt es keine unangenehmen Überraschungen durch Viren, Würmer & Co. Teil 1 der Serie klärt über wichtige Vorbeugungsmaßnahmen auf. Teil 2 der Serie zeigt dann, was es mit Cookies und Java auf sich hat.

Bevor es an den Start geht

Natürlich, mit einem fahruntüchtigen Auto fährt man nicht im Straßenverkehr. Bevor man sich auf die Datenautobahn begibt, sollte man daher den eigenen Computer „fahrtüchtig“ machen. Dazu müssen in erster Linie Sicherheitslöcher gestopft werden.

Ein zum Websurfen geeigneter Computer hat ein Betriebssystem, bei dem bekannte Sicherheitslücken durch Hersteller-Aktualisierungen geschlossen worden sind. Außerdem ist eine Antiviren-Software installiert und auf dem neuesten Stand.

Auch eine Firewall sollte vorhanden und fürs Surfen im Internet konfiguriert sein. Neuere Windows-Betriebssysteme (ab XP mit Service-Pack 2) verfügen ebenso wie Apple-Computer und Linux-Distributionen über eingebaute Firewalls. Die Firewall-Software von Drittanbietern ist allerdings in der Regel leistungsfähiger. Besser ist daher meist eine Rundumlösung aus Antiviren-Software, Firewall und Spam-Schutz. Solche Lösungen sind überwiegend für Windows-Betriebssysteme als Internet-Security-Pakete von unterschiedlichen Herstellern im Handel erhältlich.

Wer diese Grundregeln beachtet, hat bereits eine solide Basis für den sicheren Umgang mit dem Internet gelegt. Bevor man sich auf die Datenautobahn wagt, gilt es allerdings noch, den passenden Webbrowser auszuwählen und ein paar Sicherheitseinstellungen vorzunehmen.

Browser-Wahl

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Mittlerweile gibt es für jedes populäre Betriebssystem mehr als einen Webbrowser zur Auswahl. Neben dem vorinstallierten Browser – Internet Explorer bei Windows, Safari bei Apple Mac OS X und beispielsweise Konqueror bei manchen Linux-Distributionen – gibt es als Alternativen für viele Betriebssysteme die populären Browser Firefox, Chrome und Opera. Alle aktuellen Browser verfügen dabei über Fähigkeiten, um den Nutzer vor Risiken im Internet weitgehend zu schützen.

Aktualisieren ist Pflicht!

Wie für das Betriebssystem und die Antivirensoftware, gilt auch für den Webbrowser: Ganz egal, für welchen Browser man sich entscheidet, vom Hersteller herausgegebene Sicherheitsaktualisierungen sollten immer sofort installiert werden! Je nach Browser und Betriebssystem gibt es dafür unterschiedliche Verfahren.

Browser tunen?

Moderne Webbrowser zeigen nicht nur einfach Webseiten an. Sie entwickeln sich mehr und mehr zu Universallösungen für die Computernutzung. Über entsprechende Erweiterungen – Add-ons oder Plug-ins genannt – kann man im Browser Filme anschauen, E-Mails verschicken oder seinen Computer auf Sicherheitslücken untersuchen lassen. Am weitesten hat der Suchmaschinengigant Google die Entwicklung getrieben. Googles Chrome-Browser ist auf dem besten Wege dahin, ganze Software-Pakete abzulösen. Auch der Firefox-Browser lässt sich fast nach Belieben um weitere Funktionen ergänzen. Und auch Apples Safari läßt sich inzwischen mittels Erweiterungen (Extensions) in seiner Funktionalität ausbauen.

Doch sollte man beim Browser-Tunen Vorsicht walten lassen. Nicht jede Browser-Erweiterung aus dem Internet muss harmlos sein. Viele renommierte Websites geben Empfehlungen für nützliche Browser-Erweiterungen. Im Zweifel sollte man sich aber bei Fachleuten Rat holen oder die Finger davon lassen.

Stellschrauben im Browser

Ein Auto mit Antiblockiersystem und Airbag ist sicherer als eines ohne. Alle modernen Webbrowser verfügen heute über eingebaute Sicherheitsmechanismen. Diese sind aber von Hause aus oft gar nicht oder nur teilweise aktiviert. Sicherer surft, wer an ein paar Stellen selbst Hand anlegt und den Browser richtig konfiguriert. Nur so kann man im Web surfen, ohne bei jeder Website befürchten zu müssen, unfreiwillig persönliche Daten zu hinterlassen oder den Computer mit einem Virus zu infizieren.

Die wichtigsten Vorkehrungen betreffen den Umgang mit aktiven Inhalten, Cookies, Grafiken und Pop-up-Fenstern. Die sicheren Einstellungen für aktive Inhalte, Cookies und andere Stellschrauben erklärt der zweite Teil der Serie.

Achtung, ActiveX!

Lange Zeit hinkte der Internet Explorer seinen Konkurrenten bei Ausstattung und Sicherheit hinterher. Mit der Generalüberholung durch Microsoft hat der Internet Explorer in Version 8 die Konkurrenz wieder eingeholt. In einem wichtigen Punkt ist die Nutzung des Microsoft-Browser allerdings immer noch riskanter als die der alternativen Browser: ActiveX.

Nur der Internet Explorer unterstützt die von Microsoft entwickelte Programmschnittstelle ActiveX. ActiveX-Programme können direkt aus dem Browser vergleichsweise problemlos tief ins Windows-Betriebssystem eingreifen. Von Software-Herstellern wird ActiveX deswegen gerne für die Aktualisierung oder Ergänzung ihrer Software benutzt. Manche Aktualisierung lässt sich sogar ausschließlich bei Benutzung des Internet Explorers herunterladen, installieren oder konfigurieren.

Doch die praktischen Eigenschaften von ActiveX haben auch eine Kehrseite. So sind ActiveX-Programme von Drittanbietern in der Vergangenheit des öfteren durch Sicherheitslücken aufgefallen. Diese wurden zum Teil lange Zeit nicht beseitigt. Böswillige Dritte können sich solche ActiveX-Sicherheitslücken zu Nutze machen, um großen Schaden auf dem Computer anzurichten. Beispielsweise können sie Programme beschädigen oder Trojaner installieren. Wer sich diesem Extra-Risiko im Surferalltag nicht aussetzen will, sollte besser einen alternativen Browser nutzen.