Stolpersteine im Internet beiseite räumen

Einführung im Thema Barrierefreiheit
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Barrierefreiheit (120px)
Von der Barrierefreiheit profitieren alle Internetnutzer
Von den vielfältigen Zugangsmöglichkeiten, die das Internet bietet, könnten besonders diejenigen profitieren, für die traditionelle Medien – von Büchern bis zum Fernsehen – hohe Barrieren aufstellten. Diese Vorteile werden aber zunichte gemacht, wenn nicht einige Kriterien bei der Gestaltung von Online-Inhalten beachtet werden.

Jeder hat das im Internet schon erlebt: Eine Seite ist kaum lesbar, weil der Text viel zu klein ist. Oder mit einem anderen Gerät als dem Computer wird der Inhalt völlig falsch dargestellt. Für die einen ein Ärgernis, ist dies für andere eine unüberwindliche Barriere.

Die folgende kleine Rundgang durch im Internet verfügbare Informationen lädt ein, sich über das Thema Barrierefreiheit kundig zu machen.

Barrieren?

Es macht einen nachhaltigen Eindruck, wenn man Menschen beobachten darf, wie sie mit Barrieren umgehen, von denen man selber gar keine Vorstellung hat.

Dieses vermittelt ein Video des Institut für Medizinische Lehre an der Universität Bern (Schweiz), den wir als Einführung in das Thema Barrierefreiheit empfehlen können.

In einem interessanten Artikel werden vier sehbehinderte Internetexperten zu ihren Erfahrungen befragt. Man erhält einen Eindruck von den Erfahrungen und Kompetenzen dieser Nutzer, die nicht unbedingt den Vorstellungen Sehender entsprechen müssen.

Initiativen im Internet

Es gibt eine Reihe von Initiativen und Informationsangeboten rund um das Thema Barrierefreiheit:

Web ohne Barrieren

www.wob11.de

Web ohne Barrieren

Ein Informationsportal des Aktionsbündnisses für barrierefreie Informationstechnik - AbI. Bietet sowohl wichtige Vorschriften mit Querverweisen, sowie Lösungen und Hinweise zur barrierefreien Gestaltung an.

Einfach für Alle

www.einfach-fuer-alle.de

Einfach für Alle

Diese Initiative der Deutsche Behindertenhilfe - Aktion Mensch e.V. ist vielleicht am bekanntesten als Ausrichterin des BIENE-Wettbewerbs, die jährlich die besten barrierefreien Internet-Angebote prämiert.

Bundesfachgruppe IT

www.bfg-it.de

Bundesfachgruppe IT im Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband

Diese Bundesfachgruppe bietet auf ihren Webseiten eine Reihe von Informationsseiten an, die für das Thema Barrierefreiheit sensibilisiert:

Weiterhin bieten die Seiten konkrete Gestaltungsvorschläge an:

Barrierefreies Webdesign

www.barrierefreies-webdesign.de

Barrierefreies Webdesign

Auch Privatpersonen bieten vielfältige Informationen zu Barrierefreiheit im Web an. Der Betreiber dieser Website hat im übrigen auch ein Buch zum Thema verfaßt.

Zugang für Alle (Schweiz)

www.access-for-all.ch

Zugang für Alle (Schweiz)

Selbstverständlich gibt es auch in den deutschsprachigen Nachbarländern Angebote zur Barrierefreiheit. Dies sind die Seiten der Schweizerischen Stiftung zur behindertengerechten Technologienutzung, über die wir auch das wie oben erwähnte Video der Universität Bern gefunden haben.

Wichtige und offizielle Dokumente zur Barrierefreiheit

Richtlinie für barrierefreie Webinhalte 2.0 (Web Content Accessibility Guidelines 2.0)

Web Accessibility Initiative

www.w3.org/WAI

Rechtliche Vorschriften sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern orientieren sich sachlich an den Dokumenten des World Wide Web Consortiums (W3C), die seit Jahren in der Arbeitsgruppe "Web Accessibility Initiative" sich mit Fragen der Barrierefreiheit beschäftigt.

Zentrales Dokument der WAI ist die "Web Content Accessibility Guidelines" (WCAG), in der die wichtigsten Kriterien für ein barrierefreies Webangebot beschrieben werden. Dieses Dokument wurde in seiner aktuellen Version 2 im Dezember 2008 von der W3C offiziell verabschiedet.

Eine deutsche Übersetzung dieses Dokuments ist in einer von der W3C autorisierten Übersetzung verfügbar.

Die Übersetzung wurde unter der Federführung der Aktion Mensch erstellt. Sie befande sich von Anfang August bis Mitte September in einer öffentlichen Kommentierungsphase. Danach wurden die Kommentare eingearbeitet und die Übersetzung dem W3C vorgelegt. Das W3C schließlich veröffentlichte sie am 29. Oktober 2009 als offizielle Übersetzung des WCAG 2.0.

Techniques for WCAG 2.0

Techniken zur WCAG

Techniques for WCAG 2.0

Neben dem WCAG 2.0 gibt es ein weiteres Dokument, die die Techniken zur Umsetzung beschreibt.

Für dieses Dokument gibt es bisher keine deutsche Übersetzung. Aber wie bei der WCAG 2.0 hat die Aktion Mensch vor, eine Übersetzung dieses Dokuments anzuführen.

Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV)

BITV (wob11.de-Version)

Die "Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung" (BITV) ist auf Grund des "Gesetz zur Gleichstellung behinderter Menschen" (BGG) im Juli 2002 in Kraft getreten. Sie gibt unmittelbar für alle deutschen Behörden die Kriterien vor, wie ein ihre Internetangebote barrierefrei gestaltet werden müssen. Inzwischen gibt es auch viele nicht-öffentliche Internet-Anbieter, die sich nach diesen Kriterien richten.

Das Webangebot "Web ohne Barrieren nach Paragraph 11 des Bundesbehindertengleichstellungsgesetz" (wob11.de) bietet eine strukturiert aufbereitete Version der BITV an. Ihre Version der Anlage A zum BITV enthält dabei auch Verlinkungen zu den relevanten Teilen der oben genannten "Zugänglichkeitsrichtlinien für Web-Inhalte 1.0" (WCAG 1.0). Und auch das Glossar (BITV Anlage B) ist durch ihre Aufbereitung leicht zugänglich.