Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser?!

Vertiefung im Thema Kindersicherung
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Pädagogische Tipps von klicksafe.de zur Medienerziehung
Immer mehr Heranwachsende entdecken die Online-Welt für sich: Da wird in Chatrooms gesurft, Freundschaften werden via Mausklick geschlossen, private Schnappschüsse landen in der virtuellen Bildergalerie oder es wird nach den Lieblingsserienhelden im Netz gesurft. In erster Linie eine tolle Sache. Was viele jedoch nicht wissen: Neben unbegrenzten Möglichkeiten lauern hier auch unbekannte Gefahren.

Wie kann ich meine Kinder im Netz schützen?

Die Kombination aus technischen Maßnahmen und erzieherischen Mitteln – abgestimmt auf das Alter bzw. den Entwicklungsstand der Kinder – bietet am ehesten Sicherheit. Trotz allem gibt es keine Garantie für eine sichere Nutzung des Internets. Es ist derzeit nicht möglich, im Internet einen umfassenden technischen Schutz zu gewährleisten. Jugendschutzfilter bieten höchstens beim Aufrufen von Internetseiten einen eingeschränkten Schutz. Beim Mailen, Chatten oder bei anderen Diensten, wie zum Beispiel den Sozialen Netzwerken sind sie wirkungslos (außer es werden gerade diese Seiten durch Filterung komplett gesperrt). Hinzu kommt, dass gerade netzaffine Jugendliche viele Filter relativ leicht umgehen können.

Gibt es die richtige Medienerziehung?

In der Medienerziehung sollten Sie die gleichen Grundsätze anwenden, wie in allen anderen Erziehungsfragen. Genauso gibt es für den Umgang mit Medien keine Patentrezepte oder die richtigen erzieherischen Maßnahmen. Vielmehr ist es wichtig, sich zu überlegen, wie viel Eigenständigkeit man seinem Kind im Umgang mit den Medien zutraut und wo man Grenzen setzen will. Das Einhalten der Regeln wird einfacher, wenn Sie die Vorlieben und Ansichten der Kinder mit berücksichtigen. Hinterfragen Sie auch Ihre eigenen Mediengewohnheiten und gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Je älter Kinder werden, umso mehr Freiräume, auch bei der Mediennutzung, können Sie ihrem Kind zugestehen. Je größer der Bewegungsspielraum im Netz wird, umso wichtiger werden deshalb klare Regeln und kontinuierliche Gespräche. Damit man weiß, was man den eigenen Kindern zutrauen kann, muss man ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten kennen.

Letztendlich gilt: Hören Sie auf Ihr Gefühl und suchen Sie einen eigenen Weg für eine sinnvolle und erfolgreiche Medienerziehung.

Kinder entdecken das Internet: Erste Schritte ins Netz

Die folgenden klicksafe-Tipps unterstützen Kinder in die Medienwelt hineinzuwachsen:

  1. Suchen Sie einen geeigneten Standort für den Computer mit Internetanschluss. Sie sollten am besten das Surfverhalten ihres Kindes im Blick behalten können.
  2. Erstellen Sie für Ihr Kind ein gesondertes Benutzerkonto – je nach Alter – mit eingeschränkten Rechten.

Kinder müssen den richtigen Umgang mit dem Internet erlernen und sollten beim (ersten) Erkunden des Internets nicht alleine gelassen werden, denn Eltern sind immer noch die besten Filter.

ACHTUNG: Bereits mit vielen Spielkonsolen und Handys kommen Kinder ins Internet. Überprüfen Sie, ob Jugendschutzeinstellungen bei den Geräten möglich sind.

Klicksafe-Tipp: Überblick zu Technischem Jugendschutz bei Klicksafe.de

Gestalten Sie mit ihren grundschulpflichtigen Kindern zusammen ihre eigene Online-Welt.

Kinderseiten und Online-Spiele im Netz

Für Kinder im Grundschulalter genügt ein überschaubares Angebot an Webseiten und guten Online-Spielen, die immer wieder angesteuert werden können. Wählen Sie dabei in erster Linie werbefreie Seiten aus oder wenigstens solche, auf denen Werbung eindeutig gekennzeichnet ist. Das ist zwar schwierig, aber wichtig, da Kinder Werbung und redaktionellen Inhalt noch nicht unterscheiden können.

Klicksafe-Tipp:

Kindersuchmaschinen

Lassen Sie ihre Kinder am Anfang nicht mit Erwachsenensuchmaschinen wie z.B. Google, bing oder yahoo suchen. Auch mit Kindersuchmaschinen werden Kinder fündig. Am Ende der Grundschulzeit werden die meisten Kinder bereits so kompetent sein, dass sie sich freier im Netz bewegen können. Gewöhnen Sie deshalb Ihr Kind an die Möglichkeiten, mit Favoriten oder Lesezeichen auf seinem eigenen Benutzerkonto zu surfen. Begleiten Sie Ihr Kind, wenn es neben den Kindersuchmaschinen auch einmal allgemeine Suchmaschinen ausprobieren will. Helfen Sie ihrem Kind, zu erkennen, wie viel Wahrheit und Glaubwürdigkeit hinter einem Online-Angebot steckt.

Klicksafe-Tipp:

Kindgerechte E-Mail-Adresse

Die großen Internetportale und E-Mail-Anbieter für Erwachsene sind nicht kindgerecht gestaltet, unübersichtlich und präsentieren viel Werbung. Für Kinder sind sie daher ungeeignet. Richten Sie zusammen mit ihrem Kind ein sicheres E-Mail-Konto ein und geben Sie ihm Tipps wie z.B. seine private Mailadresse nur Freunden weiterzugeben.

Klicksafe-Tipp:

Sichere(r) Chat, Instant Messenger und Community

Neben positiven Aspekten bergen die Kommunikationsmöglichkeiten im Internet auch Risiken: Wer wirklich am anderen Ende der Leitung sitzt, kann niemand genau wissen. Zudem sind Heranwachsende mit der Weitergabe von persönlichen Daten unvorsichtig und möglicherweise auch Demütigungen und Beschimpfungen oder gar sexuellen Belästigungen ausgesetzt. Suchen Sie (gemeinsam) geeignete Kommunikationsangebote im Netz und vermitteln Sie wichtige Regeln fürs „Plaudern im Netz“.

ACHTUNG: Bei den bekannten Instant Messenger und Communities liegt die Altersgrenze der Anmeldung meistens bei 13/14 Jahren.

Klicksafe-Tipp:

Informieren Sie sich

Häufig wissen Kinder und Jugendliche besser als Erwachsene, was im Internet vom Blog bis zum Wiki alles möglich ist. Das bedeutet aber nicht, dass Kinder sich der Gefahren oder gar der rechtlichen Aspekte ihrer Internetaktivitäten bewusst sind. Deshalb machen Sie sich über die Möglichkeiten und Gefahren des Internets schlau.

ACHTUNG: Sie können bei den Internetbeschwerdestellen www.jugendschutz.net oder www.internet-beschwerdestelle.de jugendgefährdende und strafbare Inhalte melden, auf die Sie im Internet gestoßen sind.

Klicksafe-Tipp:

Zeigen Sie Interesse und führen Sie Gespräche

Fragen Sie nach den Lieblingsseiten oder –spielen im Netz und versuchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind einen Einblick in seine Medienwelt zu bekommen. Obwohl sich ihr Nachwuchs oftmals besser in den neuesten Internetdiensten auskennt, fehlt die Lebenserfahrung, das Web in all seinen Facetten richtig einzuschätzen. Auf technischen Schutz allein sollten Sie sich nicht verlassen. Mindestens ebenso wichtig ist es, mit den Kindern über problematische Seiten des Internets zu sprechen. Die Kinder sollten immer das Gefühl haben, offen mit ihren Eltern über unangenehme Erfahrungen im Netz sprechen zu können. Beobachten Sie außerdem wie viel Zeit Ihr Kind im Netz verbringt. Schauen Sie was getan wird, und besprechen Sie, wie sinnig oder vielleicht zeitverschwenderisch die Online-Aktivität ist.

Klicksafe-Tipp:

Grenzen und Regeln festlegen

Am besten stellen Sie gemeinsam mit Ihren Kindern Onlineregeln auf, dazu gehören u.a. Zeitvorgaben für den gesamten Medienkonsum (nicht nur für den Computer), aber auch Verhaltensregeln für den Fall, dass ihren Kindern etwas komisch vorkommt. Hängen Sie die Regeln sichtbar über dem Surfplatz auf! Überlegen Sie sich auch: Was passiert bei Nichteinhalten? Die Vereinbarung muss natürlich immer wieder überprüft und mit zunehmendem Alter der Kinder aktualisiert und angepasst werden. Zur Orientierung können folgende Zeitvorgaben und Begleitmaßnahmen hilfreich sein:

  • 4–6 Jahre: ca. 20 bis 30 Minuten pro Tag in Begleitung der Eltern.
  • 7–10 Jahre: ca. 45 Minuten pro Tag. Der PC sollte an einem gut einsehbaren Platz im gemeinsamen Wohnraum stehen.
  • 11–13 Jahre: ca. 60 Minuten pro Tag. Eltern müssen im Blick haben, dass PC und Internet immer häufiger für Schule genutzt wird (Zeiten einkalkulieren).
  • Ab 14 Jahren: Für ältere Heranwachsende eignet sich in der Regel ein gemeinsam vereinbartes Medienbudget pro Woche viel eher als eine tägliche Höchstgrenze. Regeln sind vor allem bei der Kommunikation im Netz wichtig.

Auf jeden Fall gilt: Kinder und Jugendliche sollten sich nie ohne Ihre Erlaubnis und eine zuverlässige Begleitung mit einer Online-Bekanntschaft treffen.

Klicksafe-Tipp: