Von XP oder Vista zu Windows 7

Vertiefung im Thema Windows 7
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Windows 7 (120px)
Der Aufstieg
Wer sein altes XP oder sein nicht ganz so altes Vista durch ein nagelneues Windows 7 ersetzen will, muss sich möglicherweise auf einige Überraschungen gefasst machen. Nicht immer geht der Aufstieg zu Windows 7 problemlos vonstatten. Wir erklären Ihnen, welche Möglichkeiten Sie haben und worauf Sie achten müssen.

Neubau statt Umbau – von XP zu Windows 7

Wer von Windows XP zu Windows 7 aufsteigen will, wird von Microsoft ziemlich im Regen stehen gelassen. Ein direktes Upgrade für den problemlosen Umstieg bietet Microsoft nämlich nicht an. Für XP-Nutzer bedeutet das: Wer Windows 7 einsetzen will, muss eine komplette Neuinstallation vornehmen. Da Anfang 2011 noch immer gut die Hälfte der Windows-Nutzer mit XP arbeitet, wird diese Entscheidung Microsofts bei den Betroffenen auf wenig Verständnis treffen.

Immerhin hat Microsoft ein Programm namens Windows-EasyTransfer entwickelt, mit dem sich ausgewählte Daten – aber keine Programme! – von XP nach Windows 7 übertragen lassen. Laut Microsoft ist es möglich, folgende Daten zu transferieren: Benutzerkonten, Dateien und Ordner, E-Mail-Nachrichten, -Einstellungen und -Kontakte, Fotos, Musik und Videos, Windows-Einstellungen, Interneteinstellungen, Programmdateien und -einstellungen. Programmdateien sind dabei die Dateien im jeweiligen Benutzerverzeichnis, die Informationen über die individuellen Einstellungen eines Programmes enthalten.

Das Programm Windows-EasyTransfer können Sie von der Microsoft-Website, aus dem Download-Center, herunterladen. Auf der Webseite für Windows-EasyTransfer erklärt Microsoft in einem Video auch die Funktionsweise von EasyTransfer (siehe Linkliste).

Wer die Wahl hat, hat die Qual – von Vista zu Windows 7

Windows-Vista-Anwender stehen etwas besser da als XP-Nutzer. Unter bestimmten Bedingungen erlaubt Microsoft ein Upgrade von Vista zu Windows 7. Das funktioniert allerdings nur mit Einschränkungen. Nicht von jeder Vista-Version kann auf jede Windows-7-Version umgerüstet werden; in manchen Fällen kommen Sie um eine Neuinstallation nicht herum.

Die folgende Tabelle gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche Upgrade-Möglichkeiten Microsoft vorsieht.

Windows 7 Home Premium Windows 7 Professional Windows 7 Ultimate
Windows Vista Starter
Windows Vista Home Basic Upgrade möglich Upgrade möglich
Windows Vista Home Premium Upgrade möglich Upgrade möglich
Windows Vista Business Upgrade möglich Upgrade möglich
Windows Vista Ultimate Upgrade möglich

Hinweis: Die Windows-7-Starter-Version ist in Deutschland für Verbraucher nicht im Handel erhältlich und deshalb auch nicht in der Tabelle aufgeführt. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass eine Upgrade von einer 32-Bit-Vista-Version auch nur auf eine 32-Bit-Windows-7-Version und von einer 64-Bit-Vista-Version nur auf eine 64-Bit-Windows-7-Version möglich ist.

Selbst, wenn alle Upgrade-Voraussetzungen dem Anschein nach erfüllt sind, kann es in seltenen Fällen passieren, dass der Upgrade-Prozess mit einer Fehlermeldung abbricht. Die Fehlermeldung ist in diesen Fällen leider nicht immer aussagekräftig und auch eine Suche in den Windows-7-Foren von Microsoft nicht immer erfolgreich. In solchen Fällen können Sie entweder einen Fachmann zu Rate ziehen, oder Sie entscheiden sich für eine komplette Neuinstallation.

Denken Sie bitte in jedem Fall unbedingt vor einem Upgrade daran, Ihre Daten und eventuell auch Ihre Programme zu sichern, bevor Sie einen Upgrade-Versuch starten!

Alternativer Umzugshelfer

Die Firma Laplink bietet mit dem kostenpflichtigen Programm PCmover eine Lösung für die Umstellung eines XP- oder Vista-PCs auf Windows 7. Dabei werden zuerst alle Daten und Programme der "alten" Installation in ein spezielles Archiv verpackt und nach der Installation von Windows 7 aus dem Archiv heraus wieder installiert. Anschließend sollen die Programme in den meisten Fällen ganz normal unter Windows 7 nutzbar sein, verspricht der Hersteller.

Verschiedenen Testberichten lässt sich entnehmen, dass dieser Umstellungsprozess zwar oft erfolgreich ist, aber nicht immer. Ob PCmover in Ihren konkreten Fall funktioniert, können Sie nur durch Ausprobieren herausfinden. Größere Erfolgschancen hat sicher die Umstellung von Vista auf Windows 7. Denn die Unterschiede von Betriebssystem und Programmen zwischen Vista und Windows 7 sind deutlich geringer als im Fall von Windows XP.

Informieren Sie sich auf jeden Fall vor dem Versuch selbst noch einmal ausführlich auf der Website des Herstellers, welches PCmover-Produkt und welche Upgrade-Möglichkeit für Sie geeignet sind und legen Sie unbedingt vor dem Upgrade-Versuch eine eigene Datensicherung an!

Zweigleisig fahren

Neben dem Komplettumstieg auf Windows 7 gibt es für fortgeschrittene Windows-Nutzer einen zweiten Weg, sich mit Microsofts neuem Betriebssystem vertraut zu machen: die Parallelinstallation. Da der Umgang mit Partitionen und Bootmanagern umfangreicheres Wissen über die Funktionsweise von Computern voraussetzt, sollten Sie zur Installation und Konfiguration gegebenenfalls die Hilfe eines Fachmanns suchen.

Folgekosten bedenken

Viele Programme, die für Windows XP entwickelt wurden, laufen aufgrund der technischen Unterschiede zwischen den Betriebssystemen nicht mehr unter Windows 7. Ein Upgrade auf Windows 7 bedeutet dann, dass Sie zugleich aktuelle Versionen Ihrer Programme beschaffen und installieren müssen. Wenn es sich dabei um kostenpflichtige Programme handelt, kann das ganz schön ins Geld gehen.

Unter Umständen können Sie alte XP-Programme unter Windows 7 im so genannten XP-Modus laufen lassen. Den XP-Modus bieten allerdings nur die Professional- und die Ultimate-Version von Windows 7. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel "Alles ganz virtuell: Windows im Windows".