Ist Filesharing "Illegal aber egal?"

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Der Börsenverein des deutschen Buchhandels hat die Ergebnisse einer Umfrage über das Filesharing-Verhalten von Jugendlichen veröffentlicht. Der Studie zufolge beteiligen sich rund zwei Drittel der gut 300 Befragten an Formen des Dateitauschs.

Der Börsenverein vertritt die Interessen von Verlagen und Buchhändlern. Anlässlich des erwarteten Booms bei elektronischen Büchern macht sich der Verband Sorgen über Einnahmeausfälle durch die illegale Verbreitung von Verlagserzeugnissen. Seit längerer Zeit drängt der Verband daher auf schärfere Maßnahmen gegen Urheberrechtsverletzer im Internet.

Ein besonderes Augenmerk richtet der Börsenverein auf jugendliche Filesharer. Um deren Verhalten und den daraus erwachsenen Handlungsbedarf zu dokumentieren, hat der Börsenverein auf der Leipziger Buchmesse eine Umfrage unter 313 Jugendlichen durchgeführt. Die Ergebnisse der nicht repräsentativen Umfrage präsentiert die Abteilung Kommunikation und Marketing des Börsenvereins jetzt auf 21 Seiten unter dem Titel "Illegal aber egal? Ein Forschungsüberblick zum Unrechtsbewusstsein von Jugendlichen".

Die Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren wurden vom Börsenverein unter anderem danach gefragt, ob sie "schon einmal Dateien an andere weitergegeben" hätten; ob sie ihre persönliche Bibliothek "aus Kostengründen" durch Filesharing erweitern würden; ob sie "Filesharing als falsch" empfinden würden; und ob "Filesharing ist wie Stehlen in der Buchhandlung". Die möglichen Antworten auf die Fragen waren von den Jugendlichen in einem Multiple-Choice-Verfahren auszuwählen.

  • Fast zwei Drittel der Befragten (62,8 Prozent) kreuzten an, dass sie "schon einmal Dateien an andere weitergegeben" hätten.

  • Nur etwas mehr als ein Fünftel (21,9 Prozent) erklärte, dass die persönliche Bibliothek aus Tauschbörsen aufgefüllt wird. Von denen wiederum erklärten gut zwei Drittel (68,6 Prozent), sie täten das "aus Kostengründen".

  • Der überwiegende Teil der Befragten (86,8 Prozent) gab zu, sich bewusst zu sein, dass "diese Weitergabe (also Filesharing) unter Umständen verboten ist".

  • Trotzdem erklärte nur knapp über die Hälfte (55,3 Prozent), dass sie "Filesharing als falsch" ansieht. Und nur etwas mehr als ein Viertel (27,7 Prozent) stimmte der Aussage "Filesharing ist wie Stehlen in der Buchhandlung" vorbehaltlos zu.

Der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, Alexander Skipis, kommentierte die Ergebnisse der Umfrage mit den Worten: "Die Umfrage zeigt, wie wichtig es ist, über die Konsequenzen von Filesharing und Datendiebstahl zu informieren. Junge Leute sind die Zukunft des Buchmarkts. Wir müssen Wege finden, ihnen die Folgen ihres illegalen Handelns klarzumachen."