Jagd auf Kekse

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Wann haben Sie das letzte Mal in die "Keksdose" ihres Browsers geschaut? Haben Sie vielleicht gar Cookies aussortiert, die Ihnen nicht geschmeckt haben? Wenn Sie dachten, damit hätten Sie lästige Online-Verfolger abgeschüttelt, könnten Sie sich getäuscht haben...

Werbeunternehmen sollen illegal Flash-Cookies gesetzt haben, um Nutzer auch dann weiter online zu beobachten, nachdem diese die Cookies der Werber gelöscht hatten. Das geht aus einer Klageschrift hervor, über die das Magazin Wired berichtet. Die Klage wurde in den USA eingereicht, aber die darin beschriebenen Praktiken der Werber werden zum Teil wohl auch hier zu Lande eingesetzt.

Die Sache funktioniert in etwa so: Das Werbeunternehmen setzt beim Besucher einer Website ein Cookie mit einer weltweit eindeutigen Identifizierungsnummer (ID). Normalerweise bemerken die Besucher das gar nicht, wenn sie nicht danach suchen. Um an die Cookies zu kommen und sie zu löschen, muss ein Surfer lediglich in seinem Webbrowser die entsprechende Funktion aufrufen. (Wir haben dazu eine Reihe von Video-Anleitungen für verschiedene Browser entwickelt.)

Ohne das entsprechende Cookie mit der ID kann ein Werbeunternehmen die Surfer aber nicht verfolgen und beobachten, um Daten über sie zu sammeln. Um zu verhindern, dass die Surfer sich unkenntlich machen und die ID löschen, setzen viele Werbeunternehmen so genannte Flash-Cookies ein. Die lassen sich nämlich mit den (bisher) eingebauten Datenschutzfunktionen des Browsers nicht ansehen und löschen.

Sollten Sie zum Beispiel das Konto "Peter" unter Windows XP benutzen, so schauen Sie doch mal in das Verzeichnis "C:\Dokumente und Einstellungen\Peter\Anwendungsdaten\Macromedia\Flash Player#SharedObjects\" beziehungsweise "C:\Dokumente und Einstellungen\Peter\Anwendungsdaten\Macromedia\Flash Player\macromedia.com\support\flashplayer\sys\". Dort finden Sie die Ordner von Websites, die Ihnen Flash-Cookies hinterlassen haben.

Krümelmonster

Um Flash-Cookies genauso gezielt ansehen und löschen zu können wie normale Cookies, benötigen Sie Zusatzsoftware für Ihren Browser.

  • Für den Firefox-Browser hilft Ihnen das englische Add-on "BetterPrivacy" (Download via Mozilla.org), Ihre Flash-Cookies unter Kontrolle zu bringen. Nach der Installation rufen Sie BetterPrivacy im Menüpunkt "Extras" auf. Nach Eintrag des entsprechenden Pfades - "C:\Dokumente und Einstellungen\Peter\Anwendungsdaten\Macromedia\Flash Player" (wobei Sie statt "Peter" Ihren Benutzernamen angeben müssen) -, zeigt Ihnen BetterPrivacy die gespeicherten Flash-Cookies an.

  • Für den Internet Explorer gibt es den "Flash Cookie Cleaner" (Download via CNET).

  • Für den Mac gibt es "Flush.app" (Download via MacHacks.TV).

Nachtrag vom 17.9.2010

Ausführliche Informationen zu BetterPrivacy finden Sie in dem Blog-Beitrag "Flash-Cookie-Krümelmonster: BetterPrivacy" (17.9.2010).

Nachtrag vom 18.11.2010

Wir haben einen neuen Schwerpunkt zu Cookies.