Lassen soziale Netzwerke Kinder und Jugendliche im Stich?

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Am Dienstag fand europaweit der Safer Internet Day 2010 statt. An diesem Tag veröffentlichte EU-Kommissarin Viviane Reding eine Pressemitteilung, die mir zu denken gab.

Unter der Überschrift "European Commission calls on social networking companies to improve child safety policies" wurden dort folgende Tatsachen erwähnt (englisch):

  1. Nur bei 40 Prozent der von der Kommission untersuchten 20 sozialen Netzwerke sind die Angaben von Kindern und Jugendlichen (Alter unter 18) standardmäßig nur für ihre so genannten "Freunde" sichtbar. Mit anderen Worten: Fast zwei Drittel der sozialen Netzwerke machen Informationen über Kinder und Jugendliche normalerweise für alle sichtbar.

  2. Nur ein Drittel der sozialen Netzwerke reagierte überhaupt auf Hilfe-Anfrage von Kindern und Jugendlichen.

Unterm Strich bedeutet das in meinen Augen, dass der größere Teil der Betreiber sozialer Netzwerke Kinder und Jungendliche schlicht im Stich lässt. Traurig, aber wahr.

Offensichtlich genügen mehr oder minder freundliche Appelle von Politikern nicht aus, um die Mehrzahl der Betreiber von sozialen Netzwerken zu ausreichend verantwortungsbewusstem Handeln zu veranlassen. Dann wird den Gesetzgebern Europas über kurz oder lang wohl nichts anderes übrig bleiben, als sie mit wirksamen Gesetzen dazu zu zwingen.

In diesem Zusammenhang: Unsere Nachricht zum Safer Internet Day 2010).