Stiftung Warentest untersucht Online-Speicherdienste

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In seiner neuesten Ausgabe der Zeitschrift "Test" untersucht Stiftung Warentest Online-Speicherdienste. Ihr Fazit: "Kein Dienst ist gut, etliche sind nur ausreichend".

Der Test umfaßt 13 Onlinespeicher, die mehrere Geräte (Windows-Desktop, Android- und iOS-Apps) unterstützen; die meisten davon haben auch ein kostenloses Angebot. Getestet wurden die "Vielseitigkeit" der unterstützten Geräte und Schnittstellen, die Benutzbarkeit für Backup und Synchronisation einschließlich der vertraglichen Bedingungen, die allgemeine "Sicherheit und Datenschutz" sowie die Datenschutz in der App, die jedoch nicht in das Gesamturteil einfloß.

Ein wichtiges Fazit ist sicherlich, dass keine die Datenschutzanforderungen der Tester erreichte. Viele konnten (oder wollten) etwa nicht angeben, wo ihre Server ihren Standort haben. Danach richtet sich aber beispielsweise, welche Behörden nach welchem nationalen Recht einen möglichen Zugang zu diesen Daten haben können. Aber auch Datenschutzerklärungen oder Benennung eines Datenschutzbeauftragten waren häufige Schwächen nicht nur US-amerikanischer Anbieter.

Fazit: "Nutzer sollten selbst handeln". Das heißt in der Regel selbst verschlüsseln. Warentest schlägt hierzu Boxcryptor oder Cloudfogger vor (vielleicht nicht zuletzt, da beides von deutschen Firmen angeboten wird?).

Unklar ist der Artikel übrigens bei dem Anbieter Lacie Wuala. Einerseits bietet er als einziger die Verschlüsselung schon beim Computer des Nutzer an, und kann damit die Daten auf seinen Servern einsehen. Andererseits mache "kein Anbieter" eine gute Figur bei Datenschutz und Sicherheit, also auch Wuala nicht?

Immerhin wird Wuala als "der Diskrete" für "Sicherheitsbewußte" empfohlen – zusammen mit dem "Telekom Mediencenter" als "der Großzügige" (mehr kostenloser Speicher). Offenbar reicht die Datenverarbeitung "in Deutschland" und Erfüllung "vieler" Datenschutzanforderungen auch ohne Datenverschlüsselung beim Nutzer, um letzteren "sicher" zu machen...

Die 'üblichen Verdächtigen' erscheinen dann für "Funktionsliebende": Dropbox, Google Drive und Microsoft Skydrive – laut Warentest für "unsensible Daten", was bei Google Drive dann "Word-, Excel- oder Powerpoint-Dokumente" zum gemeinsamen Bearbeiten, und "Kalender oder Adressbuch" bei Microsoft Skydrive seien.

Apples "iCloud" wird übrigens extra erwähnt, wurde aber nicht getestet, da sie keine beliebigen Dateien erlaubt, sondern nur die mit Apples Produkten verbundene. Kritisiert wird insbesondere die intransparente Datenlagerung (bei Amazon statt bei Apple selbst) und die unübersichtlichen bis unvollständigen Nutzungs- und Datenschutzbedingungen.

Der Test ist sicherlich – wie üblich bei Warentest – sorgfältig und umfassend konzipiert und durchgeführt worden. Allerdings erscheinen mir die Ergebnisse nicht immer transparent, wie etwa bei Wuala und dem Telekom Mediencenter.

Am Ende noch ein kleiner Lesetipp zur "Cloud": Das Informationsportal "iRights" bietet bereits seit einiger Zeit ein eigens für dieses Thema erstelltes Informationsportal "iRights Cloud an, die viele Blogbeiträge zu Recht und Technik allgemein, aber auch Konkretes zu E-Books, Dokumenten, Film, Fotos, Games, Musik ... und eben "Speichern in der Cloud" enthält.

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