UK: Abgeordnete fordert Alterskennzeichnung für Online-Inhalte

UK-Flagge
Die britische Abgeordnete Claire Perry will die Internetprovider für den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor pornografischen Inhalten in die Pflicht nehmen.

Das Internet sei voll von Pornografie, wovor die Kinder beschützt werden müssten, findet die dreifache Mutter und konservative Unterhausabgeordnete Claire Perry. Sie weiß auch schon, wie: Die Internetprovider sollen ein Opt-in-System zur Altersverifikation aufbauen. Einen entsprechenden Vorschlag hat Perry gestern Abend im Unterhaus zur Debatte gestellt, berichtet die BBC.

Perry ist von der Notwendigkeit einer Alterskontrolle im Internet überzeugt: "Wir regulieren bisher bereits das britische Fernsehen, die Kinos, die Plakatwerbung und Zeitschriftenhändler, damit die Kinder keine unangemessenen Bilder sehen. Die Mobilfunkunternehmen sind dazu in der Lage, den Zugang zu Material für Erwachsene zu beschränken. Warum sollte es im Internet irgendwie anders sein?"

Kinder mit "Pornografie-Problem"

Zur Begründung für ihre Forderung verwies Perry auf die Ergebnisse einer Studie, wonach ein Drittel der unter 10-jährigen bereits Pornografie im Internet gesehen hätte. Und 4 von 5 der 14- bis 16-jährigen hätten erklärt, regelmäßig pornografische Fotos und Filme auf ihrem PC anzusehen. Perry erklärte darüber hinaus, dass sie auf einer Veranstaltung von Safermedia "überzeugende Belege für den dadurch verursachten Schaden gehört hätte, unter anderem eine Explosion der Anzahl von Kindern, die mit einem 'Pornografie-Problem' in Suchtkliniken eingewiesen werden", berichtet The Register.

Safermedia bezeichnet sich selbst als gemeinnützige Organisation, die den "schädlichen Einfluss der Medien auf unsere Kinder, Familien und die Gesellschaft" reduzieren will. Der "Traum" von Safermedia sei es, dass "die Medien die Menschen positiv beeinflussen, um eine sicherere und glücklichere Gesellschaft für alle zu schaffen".

Internetprovider sollen Alterskontrolle durchführen

Als Verantwortliche für die Durchsetzung ihrer Regulierungspläne hat Perry die Internetprovider ins Auge gefasst. Diese fordert sie auf, "ein Opt-in-System anzubieten, dass eine Altersüberprüfung für den Zugang zu pornografischem Material durchführt".

Britische Regierung mit "Sympathie" für Vorschläge

In einer Reaktion auf Perrys Forderung erklärte der für Kultur, Olympia, Medien und Sport zuständige Unterstaatssekretär und Abgeordnete Edward Vaizey, dass die Regierung für ein "leicht reguliertes Internet" sei und er Sympathie für Perrys Position habe. Vaizey teilte außerdem mit, dass die Regierung gegenwärtig Gespräche mit den wichtigsten britischen Providern darüber führe, wie illegale Inhalte aus dem Internet entfernt werden könnten.